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	<title>Florian Siebeck</title>
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	<description>Journalist and photographer based in Germany</description>
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		<title>Herrschaftszeiten</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Feb 2020 16:32:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Bündner Bauerndorf Valendas stand stets im Schatten seiner Nachbarn Flims und Laax. Gut so: Es ist vom Tourismus verschont geblieben. Nun öffnet sich das prächtigste Haus am Platz für Gäste]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bündner Bauerndorf Valendas stand stets im Schatten seiner Nachbarn Flims und Laax. Gut so: Es ist vom Tourismus verschont geblieben. Nun öffnet sich das prächtigste Haus am Platz für Gäste</p>

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		<title>Die Sonnenkönigin</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Nov 2019 19:24:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Einst zählte Mérida zu den reichsten Städten der Welt. Der Glanz dieser Tage ist längst verblasst – außer im Haus der Sammlerin Jenne Maag, das alle Epochen leuchten lässt]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Einst zählte Mérida zu den reichsten Städten der Welt. Der Glanz dieser Tage ist längst verblasst – außer im Haus der Sammlerin Jenne Maag, das alle Epochen leuchten lässt</p>

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		<title>Glanzzeiten der Luftfahrt</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jul 2019 14:39:58 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das ikonische TWA-Terminal am New Yorker JFK-Flughafen ist jetzt ein Hotel: Besuch in einem Paradies für Flugzeugfanatiker und Architekturaficionados.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das ikonische TWA-Terminal am New Yorker JFK-Flughafen ist jetzt ein Hotel: Besuch in einem Paradies für Flugzeugfanatiker und Architekturaficionados.</p>

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		<title>Ihre Namen sind Gesetz</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Apr 2019 09:47:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Island darf ein Kind „Kaktus“ heißen, aber nicht Konrad. Ljótur, also „hässlich“, aber nicht Zoe. Ein Komitee entscheidet, was geht – und was nicht (auf Blendle lesen $)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Island darf ein Kind „Kaktus“ heißen, aber nicht Konrad. Ljótur, also „hässlich“, aber nicht Zoe. Ein Komitee entscheidet, was geht – und was nicht (auf Blendle lesen $)</p>

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		<title>Dem Glück auf der Spur</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Apr 2019 21:56:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Umbrien galt lange als melancholische Schwester der Toskana. Zwischen Siena und Perugia verwandeln ein Graf und seine Familie ein Dorf in einen Sehnsuchtsort.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Umbrien galt lange als melancholische Schwester der Toskana. Zwischen Siena und Perugia verwandeln ein Graf und seine Familie ein Dorf in einen Sehnsuchtsort.</p>

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		<title>Herr der Dinge</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Apr 2019 12:40:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die wohl einzige Wohnung Mailands mit Blick auf den Vesuv liegt unweit des Piazzale Lodi. Gleich sieben neapolitanische Gemälde im Eingangsbereich von Sergio Colantuonis Apartment huldigen dem Vulkan aus allen Perspektiven, zwischen ihnen stürzt sich ein Schwarm bemalter Porzellanschwalben auf gestreiften Wänden in die Tiefe. „Als ich aus Neapel herzog, war ich traurig, weil ich das Meer nicht sehen konnte, aber wenn die Sonne scheint, hält man es auch hier in Mailand gut aus“, lacht der Hausherr.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die wohl einzige Wohnung Mailands mit Blick auf den Vesuv liegt unweit des Piazzale Lodi. Gleich sieben neapolitanische Gemälde im Eingangsbereich von Sergio Colantuonis Apartment huldigen dem Vulkan aus allen Perspektiven, zwischen ihnen stürzt sich ein Schwarm bemalter Porzellanschwalben auf gestreiften Wänden in die Tiefe. „Als ich aus Neapel herzog, war ich traurig, weil ich das Meer nicht sehen konnte, aber wenn die Sonne scheint, hält man es auch hier in Mailand gut aus“, lacht der Hausherr.</p>

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		<title>Wo Memphis auf Miami trifft</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Apr 2019 21:36:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Winter in Island kann hart sein und unerbittlich, und wenn die Isländer ihm nicht in Teneriffa entsagen, dann neuerdings in South Beach, Miami – sie müssen dafür nicht mal das Land verlassen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Winter in Island kann hart sein und unerbittlich, und wenn die Isländer ihm nicht in Teneriffa entsagen, dann neuerdings in South Beach, Miami – sie müssen dafür nicht mal das Land verlassen.</p>

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		<title>Surfer im Eis</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Feb 2019 15:52:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[IM ÄUSSERSTEN OSTEN RUSSLANDS TROTZEN SIE BEI EISIGEN TEMPERATUREN METERHOHEN WELLEN: WILLKOMMEN IN DER HÄRTESTEN SURFSCHULE DER WELT Die Aussicht auf ein heißes Dampfbad in der Banja ist das Einzige, was uns jetzt noch am Leben hält. Zwei Stunden kämpfen wir im eiskalten Pazifik schon gegen die Strö­mung an, und mit jeder Minute schwinden die Kraft und die Aussicht, hier je wieder lebend herauszukommen. Den Kampf gegen die Natur scheint man nicht gewinnen zu können, erst recht nicht, wenn man das erste Mal auf einem Surfbrett steht, wenn einem die eiskalte Gischt wie kleine Nadeln ins Gesicht sticht. An Aufgeben [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>IM ÄUSSERSTEN OSTEN RUSSLANDS TROTZEN SIE<br />
BEI EISIGEN TEMPERATUREN METERHOHEN WELLEN:<br />
WILLKOMMEN IN DER HÄRTESTEN<br />
SURFSCHULE DER WELT</p>
<p>Die Aussicht auf ein heißes Dampfbad in der Banja ist das Einzige, was uns jetzt noch am Leben hält. Zwei Stunden kämpfen wir im eiskalten Pazifik schon gegen die Strö­mung an, und mit jeder Minute schwinden die Kraft und die Aussicht, hier je wieder lebend herauszukommen. Den Kampf gegen die Natur scheint man nicht gewinnen zu können, erst recht nicht, wenn man das erste Mal auf einem Surfbrett steht, wenn einem die eiskalte Gischt wie kleine Nadeln ins Gesicht sticht. An Aufgeben ist nicht zu denken: Wir sind nicht zum Jammern nach Sibirien gekommen. Sondern zum Surfen.</p>
<p>Es gibt viele Surfschulen auf der Welt, aber nur eine in Russland – und das ausgerechnet hier: auf Kamtschatka, einer Halbinsel am äußersten Rand Sibiriens, wo die Winter einsam sind und lang. Kamtschatka liegt näher an Alaska als an Moskau, es gibt keine Straßen, die die Halbinsel mit dem russischen Festland verbinden. Bis zum Ende des Kalten Krieges war hier militärisches Sperrgebiet, das Russen nur mit Sondergenehmigung des Geheimdienstes betreten durften, Ausländer schon gar nicht. Manchmal schaut Wladimir Putin zum Angeln vorbei, denn er liebt Lachse, und Lachse lieben Kam­tschatka. Wer Vögel mag und Kaviar in Eimern, für den ist Kamtschatka das Paradies auf Erden, und wenn man Anton Morosow glaubt, gilt das auch für Surfer.</p>
<p>Anton Morosow wuchs im Wes­ten Kamtschatkas auf, in Oktjabrski am anderen Ende der Halbinsel. Sei­ ne Eltern waren Fischer, sie belie­ferten einst die ganze Sowjetunion. Bis die großen Trawler vor der Küs­te alles abbaggerten und die Eltern in die Hauptstadt Petropawlowsk zogen. Heute wollen die jungen Leute nur eins: raus aus Petro­pawlowsk, raus aus Kamtschatka. Anton blieb. Keine Stunde außer­ halb der Stadt, am Chalaktyrskij­ Strand, gründete Anton vor zehn Jahren seine Surfschule Snowave. Über mehrere Monate war er mit Freunden den 30 Kilometer langen Strand abgelaufen, ohne einem Menschen zu begegnen. Dann fan­ den sie den perfekten Spot: konsis­tente Dünung, gute Bänke, lange Wellen. „Auf Bali kann jeder sur­fen“, sagt Anton. „Aber hier, wo das Wasser selbst im Sommer selten wärmer als zehn Grad wird, geht es nicht um Lifestyle. Hier gelten an­ dere Regeln.“ Die erste lautet: war­ten. Es heißt, das Wetter schlage hier binnen Minuten um, aber seit Tagen ist es nur grau, sehr grau.</p>
<p>Also sitzen wir Stürme aus, wärmen uns am Lagerfeuer, lauschen dem Tosen des Pazifik. Als sich nach Tagen des Nebels endlich ein heller Punkt aus der grauen Wolken­ decke schält, sie aufreißt und alles in vorher nie gese­henen Farben erstrahlt, erblicken wir zum ersten Mal die schneebedeckten Vulkane, die Eisblöcke auf dem schwarzen Sandstrand und das petrolfarbene Meer.</p>
<p>Es ist kalt, sehr kalt auf Kamtschatka, und die Luft so klar, dass sie den Atem stocken lässt. „Perfektes Wetter zum Surfen“, sagt Anton, im Winter – bei minus 15 Grad Lufttemperatur und null Grad Wassertemperatur – seien die Wellen noch besser als im Sommer. Das Surfen haben sich Anton und seine Freunde Ende der 90er­Jahre selbst beigebracht, mithilfe einer VHS­Kassette des Films „In God’s Hands“: drei Surfer auf der Suche nach der ultima­ tiven Welle. „Wie hätten wir es lernen sollen“, sagt Anton, „es gab kein Internet. Wir wussten nicht, wie man raus­ paddelt, eine Welle erwischt, auf dem Brett stehen soll.“</p>
<p>Die ersten Surfer in Russland waren Snowboarder, die nach dem Fall der Sowjetunion erst das Schwarze Meer bei Sotschi eroberten und später den Pazifik bei Wladiwostok. In den 90ern kamen die ersten von ihnen nach Kamtschatka. Die Wellen waren zu stark, sie konn­ten sie nicht bezwingen. Als sie unverrichteter Dinge der Halbinsel den Rücken kehrten, hinterließen sie kaputte Bretter und Wetsuits. „Sie sagten, hier könne man nicht surfen“, sagt Anton. „Was sie nicht wussten: Surfen ist harte Arbeit.“ Mit ihren Brettern begannen Anton und seine Freunde sich in die Wellen zu stürzen. Anfangs nur im Sommer, dann auch im Winter, was bliebe ihnen hier anderes übrig: Das Wetter sei nur drei Monate schön, und wer die restlichen neun nur herumsitze, müsse im nächs­ten Jahr wieder von vorn anfangen. Beim ersten Winter­ surfen trug er einen viel zu dünnen Neoprenanzug, er dachte, seine Hände sterben ab.</p>
<p>Auch heute ist das Wasser kalt, aber wir sind nicht allein damit. Da ist Katja, 28, Stadtplanerin aus Moskau, surfen war sie bisher nur in Agadir. Dann gibt es noch Oleg, der sich um das Camp kümmert, und sei­nen Sohn Wadim. Der ist zwölf und surft seit einem Jahr – nur im Som­ mer –, und er steht auf Gucci und Trap Music. An einer Hütte lehnt ein Surfboard, es ist 22 Jahre alt und er­ innert an die Anfänge. Es ist das ers­ te Brett made in Kamtschatka. Ein Freund von Anton hat es gebaut.</p>
<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2019/02/gq-surfer2.jpg" alt="gq-surfer2" width="940" class="aligncenter size-full wp-image-2020" /></a></p>
<p>Die Anfängerkurse bei Snowave bestehen aus den Einheiten Etikette, Equipment, Technik. Im Winter gilt dasselbe wie im Sommer, mit dem Unterschied, dass sich Eiszapfen im Gesicht festsetzen und die Wetsuits so dick sind, dass man sich kaum bewegen kann. „Das erste Mal ist die Hölle, aber man gewöhnt sich schnell daran“, sagt Sergej Rasschi­waew. Der 34­jährige St. Peters­burger ist einer der besten Surfer des Landes, war lange Vorsitzender der Russian Surfing Federation. Auch ihn hat ein Film zum Surfen gebracht, „Point Break“ mit Patrick Swayze und Keanu Reeves. Mit 23 stand Sergej das erste Mal in Portugal auf dem Brett, von da an gab es kein Halten mehr. Zwei Jahre lang flog er um die Welt, bis er eine Surfschule in der Dominikanischen Republik eröffnete. Mit 27 hatte er ausgesorgt. „Ich musste nicht viel arbeiten, saß die ganze Zeit am Strand und dachte: Kann das wirklich alles sein?“</p>
<p>Es war nicht alles. Auf der Suche nach der perfekten Welle kam er vor fünf Jahren das erste Mal nach Kamtschatka. Unter erfahre­nen Surfern aus aller Welt hatte die Halb­insel bereits Kultstatus erlangt. Seitdem kommt Sergej zweimal im Jahr. „Woanders ist es vielleicht wärmer“, sagt er. „Das Sur­fen in der Kälte ist gar nicht so schlimm. Viel schlimmer ist das Umziehen.“ Der Wechsel in die Neoprenanzüge ist wirklich eine Qual. Sie sind eiskalt und so steif, dass man kaum in sie hinein­ kommt. Die Aussage von Anton, dass es fast unmöglich sei, aus dem Stand surfen zu lernen, macht es nicht bes­ ser. Es brauche viele Jahre, den Ozean zu lesen: „Das Meer zeigt dir schnell deine Grenzen auf. Surfen ist ein guter Weg, das eigene Ego zu norden.“ Das stimmt. Und wir sind noch nicht mal im Wasser.</p>
<p>Wir machen erst einmal Übungen am Strand. „Ihr Deutschen seid die besten Schüler, jeder macht brav, was der Lehrer sagt“, lacht Sergej. „Die meisten Russen ler­nen auf Bali surfen. Die haben gerade mal Geld für Flug und Hostel, und wenn sie doch Unterricht nehmen, ma­ chen sie, was sie wollen.“ Das sei die russische Mentalität. „Dann sage ich: Wenn du nichts lernen willst, dann be­ zahl mich nicht. Aber was soll ich da sagen? Ich war ge­nauso. Ich dachte, ich stelle mich hin, und die Welle macht den Rest.“</p>
<p>Um ehrlich zu sein, ganz abwegig ist dieser Gedanke nicht. An kleinen Wellen sollen wir jetzt den take-off üben, also den Moment, in dem man die Welle erwischt. Doch schon das Anschwimmen gegen die Strömung ist ein Zweikampf, den das Meer meistens gewinnt. Immer wieder stößt uns Anton ins Wasser. Es ist eiskalt. Wir tra­gen nicht nur sechs Millimeter dicke Wetsuits, sondern auch Handschuhe, Füßlinge und Hauben, die die Ohren bedecken und den brain freeze verhindern. Der größte Fehler sei es, beim ersten Frieren aus dem Wasser zu ge­ hen, sagt Anton. Also durchhalten. In Bewegung bleiben. Paddeln. Nicht die Wärme in Händen und Füßen verlie­ ren – und bloß nicht untertauchen. Zwei­, dreimal könne man das bei diesen Temperaturen machen, öfter nicht. „Im Ozean bist du kein Mensch mehr“, sagt Anton. „Du wirst der Ozean.“</p>
<p>Manchmal, hat Sergej vorhin erzählt, wenn sie in noch unwirtlicheren Gefilden unterwegs sind und die Nacht im Zelt verbringen, lässt der Frost die Neoprenanzüge hart wie Bretter werden, und sie müssten sie mit kochendem Wasser aufweichen. Hier im Camp gibt es einen Ofen dafür. Als einer von wenigen Menschen ist Sergej auch im Nordpolarmeer gesurft, wo die Stürme mit 50 Stundenkilome­tern unberechenbar sind und das Meer so tobt, dass herumwirbelnde Muscheln die Wetsuits aufschneiden. Einmal, als die Wellen zu verlockend aussahen, verschluckte ihn der Ozean. „Ich wur­ de minutenlang durch das Wasser ge­ schleudert, bekam keine Luft mehr, und als ich auftauchte, kam schon die nächs­te Welle angerollt. Wenn das passiert, bist du ganz auf dich allein gestellt.“</p>
<p>„Wenn du alles haben willst, musst du bereit sein, alles zu geben“ – dieser Satz aus „Point Break“ klingt wie das Leitmotiv dieser furchtlosen Under­ dogs. Anton ist stolz auf seine Heimat und wird nicht müde, gegen die Stereo­ type „zu kalt“, „zu abgelegen“, „zu ge­fährlich“ anzukämpfen. Denn wer sich nicht abschrecken lässt, wird Zeuge davon, wie das Meer zu knirschen be­ginnt, wenn der Schaum auf den Wellen gefriert und man eins mit sich ist und der Natur – und ein unbeschreibli­ches Hochgefühl erlebt. Als das eiskalte Salzwasser über uns hereinbricht und die Atemwege freispült, ist er da, der Geruch der Freiheit. Es ist zum Heulen und gleich­ zeitig ein Rausch. Wir wissen jetzt, was Anton meinte, als er sagte, der Schmerz weiche irgendwann dem puren Glück, man dürfe nur nicht kapitulieren.</p>
<p>Bevor wir unsere geschundenen Körper später in der Banja wieder auf Temperatur bringen können, müssen wir die Surfbretter ins Camp schleppen und uns unserer Wetsuits entledigen. Wir schälen uns aus dem Neopren, der Eiswind peitscht gegen die nackte Haut. Anton hofft, dass Surfen in Russland einmal so groß sein wird wie in Kalifornien. Viele Surfspots seien noch nicht erschlossen, die nördlichen an der Beringsee und weiter südlich auf den Kurilen – den „Nebel-Inseln“, die Kamtschatka mit der japanischen Insel Hokkaidō verbinden. Dort gebe es die besten Wellen, sagt Sergej, so gute, dass sie zusam­mengelegt und sich einen alten Transporthubschrauber gemietet haben, einen Mil Mi­8, der überall landen kann. Auch das Internet hat für Anton und seine Freunde vieles einfacher gemacht, dort gibt es zum Beispiel Wetter­ und Tiefenkarten, mit deren Hilfe sie Neuland wie die Kurilen entdeckt haben. „In Kalifornien“, sagt Anton, „haben sie schließlich auch klein angefangen.“</p>

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		<title>Diving Into The Forest</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jan 2019 23:34:18 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Freunde von Freunden]]></category>

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		<description><![CDATA[Nature, awareness, deceleration, meditation: ‘shinrin-yoku’, meaning ‘bathing in the forest’, is a recognised treatment in Japan. It’s also spreading to Germany as a by-product of the general mindfulness trend. Why is it so popular? Accompanied by two guides, partners Carlos Ponte and Emma Wisser, we headed off to the Mangfall Valley, close to Munich, to test the waters and discover what this activity is all about. Between the trees and wet earth, we learned something about the healing qualities of the forest — and about ourselves as well. This particular day in December has a different quality to it somehow. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nature, awareness, deceleration, meditation: ‘shinrin-yoku’, meaning ‘bathing in the forest’, is a recognised treatment in Japan. It’s also spreading to Germany as a by-product of the general mindfulness trend. Why is it so popular? Accompanied by two guides, partners Carlos Ponte and Emma Wisser, we headed off to the Mangfall Valley, close to Munich, to test the waters and discover what this activity is all about. Between the trees and wet earth, we learned something about the healing qualities of the forest — and about ourselves as well.</strong></p>
<p>This particular day in December has a different quality to it somehow. It feels more like the tentative awakening of spring: the air is clear and the weather mild, as the sun glances gently through the treetops. Here in Upper Bavaria’s Mangfall Valley, the forest is still surprisingly lush. There has hardly been any deforestation in the water basin around Munich, and the woodlands are left largely to their own devices. That’s why everything looks so untouched — the way they were seen by the German poets of the early Romantic period, who perceived the forest as a place of longing and emotion.</p>
<p>We have come to experience the woods with all of our senses. To grow closer to ourselves, just a little. shinrin-yoku is the name of the Japanese method for this: bathing in the forest. ‘In a figurative sense, it means absorbing the forest, enjoying it, placing oneself in a direct relationship with nature, the trees, wind, light, and soil,’ says Emma Wisser. She is leading us through the woods with her partner Carlos Ponte. Bathing in the forest is an officially recognised form of therapy in Japan and the United States — but shinrin-yoku is still largely unknown here in Germany. Is it just a walk? Is it going to be strenuous? ‘Bathing in the forest is not athletic at all. But neither is it a walk. It’s actually more of a sojourn. We are in the forest, with the forest, and can allow ourselves to be surprised by what happens. How we feel, what we sense — the responses are always very personal.’</p>
<p>Shinrin-yoku was introduced by Japan’s Ministry of Agriculture in the early 1980s. It started out as a marketing campaign: the idea was to encourage people to appreciate the forest, to recognise its beneficial effects, and to stop perceiving it merely as an economic resource. The ministry poured millions into researching the forest and its salubrious effects. Soon afterwards, the first centre for forest therapy opened its doors; these days, medical students at Japanese universities can even qualify as specialists in forest medicine. Here in Germany, forests cover almost a third of the land, making it one of the most wood-laden countries in the European Union. Now we are seeing the emergence of medicinal forests, especially in the rich woodlands of Mecklenburg-West Pomerania. Across both countries, it is said that the forest can alleviate physical symptoms and provide relief from emotional afflictions.</p>
<p>So here we are, ready to dive into the woods at the gates to Munich. Carlos and Emma have organised these tours for two years now, twice a week in summer and by appointment in winter. What brought them together was meditation, or more precisely, an app. Originally from Argentina, Carlos had worked as an IT forensics specialist in Canada, seven days a week, for decades. ‘I had no life left,’ says Carlos — so he took up meditation. He discovered a meditation app that allowed him to communicate with like-minded people. And he kept coming across a photo of Emma, who runs a practice for mindfulness and self-compassion in Munich. Carlos and Emma started messaging, then talking on the phone, eventually arranging a date to cook together. When they discovered that they share the same birthday, Carlos dropped everything, sold his house in Calgary, and moved to Weyarn in Bavaria. ‘We decided to work together on mindfulness, with a holiday component. European vacations with a mindfulness twist. Here we have space, peace, and nature around us,’ explains Carlos.</p>
<p>Before setting off, we fortify ourselves with some minestrone that Carlos made. It’s a half-hour walk from their home, across the fields and through the forest. We stop by a small waterhole, stretch, and do a few qigong exercises. Carlos tells us that the lungs contain half a litre of air that is hardly exchanged when we breathe normally. ‘So now let’s get rid of this Munich air!’ We take deep breaths in and out.</p>
<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2019/01/shinrinyoku2.jpg" alt="shinrinyoku2" width="900" class="aligncenter size-full wp-image-2009" /></p>
<p>To experience the woods, we need to open our spirits, dispel nagging doubts, and welcome nature in. ‘It is also about becoming aware of a particular quality of the forest,’ says Emma. ‘There are no rules. It beckons everyone in. What would happen if we treated ourselves the same way that the forest does?’ Carlos pauses between two trees. The portal to another world lies right here, he says: a world in which the spirit only perceives the forest, the here and now. The snapping of twiglets beneath the soft, damp humus, the tiny clovers eagerly stretching their leaves to the light. We are told to explore our surroundings by ourselves for a few minutes. ‘Introduce yourself to the forest’ is Carlos’ way of putting it. ‘Let nature back into you. Disconnect.’</p>
<p>We experience the forest like children, tracing our hands across the bark and the lush verdant moss, breathing the clean air, and gazing up as the treetops sway in the wind. Far away we hear the burbling creek at the base of the valley as our eyes delight at the manifold colours, still resplendent in the wintery woods: rusty red, purple, green, yellow. Hecticness and haste melt away. ‘Just be there, just feel,’ says Emma. ‘And don’t be shy: perhaps we won’t chat all the time, but there is no need to walk in silence.’ One of those quieter moments comes when we reach the banks and each of us takes a stick onto which we project our anxieties. Then we lob them into the water, letting go of the negative thoughts, just for one day. ‘It’s surprising, but the groups we accompany tend to bond,’ muses Carlos. Afterwards, we wash our hands and faces in the ice-cold water.</p>
<p>Carlos tells us that the couple were once visited by a family from Brooklyn. Their seven-year-old daughter had never walked more than a few metres at home. The parents had given up, thought Carlos, who then said, ‘Let’s just see how far we get.’ The child explored the forest transfixed, walked the whole path, six kilometres, without complaining once. Her parents were lost for words. What is this magic at play in the forest? Why does it slow us down? Is it a journey back to the primordial days of human existence?</p>
<p>Scientists around the world are investigating the psychological and physiological effects of shinrin-yoku. Their work began in the 1980s, when biologist Edward O. Wilson proposed the biophilia hypothesis, which describes the innate love that humans feel for all forms of life around them. It is part of our DNA — the result of an evolutionary process spanning millions of years. Swedish scientist Roger Ulrich discovered that hospital patients recover faster if there are trees outside their windows. And Qing Li, a Japanese researcher who has penned dozens of studies on the medicinal effects of the forest, determined that our blood pressure, cortisol levels (stress hormone), and heartbeat drop noticeably after only an hour in the woods.</p>
<p>The Japanese believe that forest air extends life. It’s true: strolls through woodlands strengthen our cardiovascular systems and boost our natural defences. Scientists at the Nippon Medical School have found that white blood cell activity can rise by as much as 50 percent after a few hours spent in the forest. Not only do these cells fight germs but they also help to prevent cancer. Qing Li believes that terpenes — messenger substances in trees — are responsible for this effect. Trees use these volatile organic compounds, known as phytoncides, to fight off pests and diseases. Scientists in Germany are now also investigating whether our forests, with their significantly different set of trees compared to Japan — oak and beech trees, instead of cedar and larch — could have similar effects.</p>
<p>Carlos digs his hands deep into the wet foliage. He holds it up to our noses. Everyone agrees that the fresh forest floor smells divine — although no one can explain precisely why. Is it the messenger substances? Memories of carefree childhood days? Although it has been demonstrated that inhaling phytoncides produces a calming effect, some scientists believe that the bouquet of aromas comprising terpenes, essential oils, and moist soil primarily reminds us of pleasant memories of ambling through trees. Collecting mushrooms with the family. Excursions with friends.</p>
<p>Our three hours in the forest are all about experiencing nature with all of our senses, discovering traces emblematic of our personal narratives. We stop in a glade. The sun sends tendrils of light across the fresh moss, and the scenery appears as perfect as a painting. We close our eyes and listen to the rest of our senses. We feel, hear, smell, and taste the forest. Clutching warm mugs of spruce needle tea, we set off to find a tree that especially appeals to each of us. ‘Tea with a tree’ is Emma’s name for it. And it’s entirely up to us whether we hug the tree, talk with it, gaze at it, or lean against its trunk.</p>
<p>‘We are trying to find a balance between an academic and an esoteric approach. Mindfulness enhances the effects of the forest. It’s humbling to see that we’re making a difference in people’s lives, one at a time. It is rewarding, and a big responsibility.’ Carlos recently returned from Japan, where he shared ideas about shinrin-yoku with the prestigious researcher Yoshifumi Miyazaki, and took time to visit the Akasawa National Recreational Forest, to which around five million Japanese flock every year. Forests play a significant role in Japanese history and mythology.</p>
<p>Not only is this nature-based mindfulness a blessing for the spirit — it’s also one for personal growth. Towards the end of our walk, Carlos gives us a handout with tips on how to incorporate shinrin-yoku into everyday life — in the green lungs of the city — to take a little break from the rationalism, hedonism, and materialism of urban existence. ‘For 99.9 percent of history, human beings lived in nature,’ says Emma. And even though around 1,300 square metres of forest would theoretically be available to each person in Germany, hardly any of us make use of it. ‘We are all part of nature, even if we don’t feel that way,’ says Carlos before we leave the woods behind. ‘This is not only a forest. This is home.’</p>

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		<title>Water Ways</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Oct 2018 14:59:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[For Munich residents, the River Isar is an integral part of daily life; for some people it&#8217;s even a regular thorough-fare. Now the city is restoring the riverscape — and a new city pool is on the horizon. Every morning, ahead of his commute, Benjamin David not only checks the weather forecast but also the water level of the Isar. Instead of taking the car or bike to work, the 41-year-old social entrepreneur folds his suit into a waterproof nylon bag and dips into the river, swim-ming 2km to his office in central Munich. “This is where we grew up, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>For Munich residents, the River Isar is an integral part of daily life; for some people it&#8217;s even a regular thorough-fare. Now the city is restoring the riverscape — and a new city pool is on the horizon.</em></p>
<p>Every morning, ahead of his commute, Benjamin David not only checks the weather forecast but also the water level of the Isar. Instead of taking the car or bike to work, the 41-year-old social entrepreneur folds his suit into a waterproof nylon bag and dips into the river, swim-ming 2km to his office in central Munich. “This is where we grew up, where we kissed our first girlfriends — it was our space,” he says. “They have since reinstated the natural habitat of the river and it&#8217;s much greener now.” As David dives into his commute on a sunny Wednesday morning, Isar’s depth is 71cm, with a temperature of almost 18c. “Ideal conditions,” he says. “While others wait in traffic, I watch dragonflies fly by. Where else can you immerse yourself in nature right in the centre of town?”</p>
<p>Unlike cities such as Basel, where large numbers of people use the Rhine to commute to work, swimmers like David are still an oddity in the Isar. Because of the current, swimming is partly prohibited here — but the rules are not enforced. As such, David relies on the Bavarian constitution, which grants every citizen the right to enjoy the state’s nature and its waters. “For hundreds of years the Isar was the main trade channel between Italy and Austria-Hungary,” he says. “It was the Isar that turned Munich from a monastery hicksville to a metropolis.” Today the riverbanks draw thousands of people to bathe in the sun.</p>
<p>The 300 km-long Isar originates in the Tyrolean Alps and eventually flows into the Danube; for people in Munich it’s less a body of water than a lifeline stretching from southwest to northeast. “On my way home after work I pause here, jump into the river and refresh,” says physiotherapist Lukas Kitiratschky, as he dries off in the sun. Another well-known spot is Flaucher Park, with its pebbled shores and secluded bays. “It’s one of the few places in town where you can be nude,” says Max Schwindling, a student of landscape architecture at Munich’s university, who frequently spends time here to unwind. “Everybody’s relaxed and nobody judges, and in summer it&#8217;s really enjoyable.”</p>
<p>Other parts of this capricious river are less tranquil. In some spots, such as the Eisbach wave in the Englischer Garten, people even surf; men and women with surfboards under their arms are a common sight in central Munich throughout the year. Further up, where the stream gets calmer, we meet a dog called Lola playing in the water.</p>
<p>To encourage more people to swim in Munich, swimming commuter David co-founded Isarlust, an association that promotes the Isarflussbad, a 650-metre-long river-fed swimming area between Corneliusbridge and Maximiliansbridge that will, if all goes to plan, be protected from strong currents. Viennese consultancy Werner was asked to map out the costs (estimated at €16m to €32m), and in July, a small majority in City Council voted in favour of proceeding with the pool. Against all odds, the project has united parties across the entire political spectrum, from conservatives to liberals to greens. The biggest opponent is the Social Democratic Party, which claims that people can already bathe in parts of the Isar and that a river pool would only be open in the summer season between June and September.</p>
<p>“To bathe is not to swim,” conservative Bavarian prime minister Markus Söder of the Christian Social Union was quick to point out, “and to swim in a river is a completely different experience from going to a lido.” Söder is a strong sup-porter of the Isarflussbad, promising “a substantial sum” in state support. That this approach works, he argues, can be seen in Bern and Zurich, with their ubiquitous Badis, as well as the harbour baths in Copenhagen, which attract locals and visitors alike. If everything falls into place, Isarflussbad could open as soon as 2020, welcoming up to 3,000 visitors every day. “Other European cities show us it’s possible, so we should speed up the planning now,” says Munich&#8217;s deputy mayor Josef Schmid, joking that, if needed, he would even be willing to serve as pool attendant.</p>

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		<title>Lagerfeld</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Sep 2018 17:18:52 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Er ist Ikone unserer Zeit. Der Mensch und die Marke Karl Lagerfeld sind jedem ein Begriff, weltweit. Wie funktioniert das System Lagerfeld? Radiofeature für NDR, BR und RBB.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist Ikone unserer Zeit. Der Mensch und die Marke Karl Lagerfeld sind jedem ein Begriff, weltweit. Wie funktioniert das System Lagerfeld? Radiofeature für NDR, BR und RBB.</p>

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		<title>Neues Frankfurt</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Sep 2018 21:28:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In keiner deutschen Stadt ändert sich gerade so viel wie in Frankfurt. Wohin geht die Reise?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In keiner deutschen Stadt ändert sich gerade so viel wie in Frankfurt. Wohin geht die Reise?</p>

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		<title>Die Seele der Blumen</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jul 2018 12:22:53 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Makoto Azuma schießt Bonsai ins All und versenkt Blumen auf dem Meeresboden – um die fragile Schönheit der Natur einzufangen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Makoto Azuma schießt Bonsai ins All und versenkt Blumen auf dem Meeresboden – um die fragile Schönheit der Natur einzufangen.</p>

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		<title>Das Internet ist die Droge der Jugend</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2018 10:02:34 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Gudi, 38, ist Inhaber der Bar «Pico Mocambo» in São Tomé, dem zweit­kleinsten Land Afrikas. Beitrag für die Rubrik «Cheers» im NZZ Folio</p>

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		<title>Der Wille versetzt Dörfer</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2018 13:22:53 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein tollkühnes Projekt, das an Größenwahn grenzt: wie ein Milliardär ein altes chinesisches Dorf samt ganzem Wald versetzt – und daraus eines der besten Hotels des Landes macht.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein tollkühnes Projekt, das an Größenwahn grenzt: wie ein Milliardär ein altes chinesisches Dorf samt ganzem Wald versetzt – und daraus eines der besten Hotels des Landes macht. </p>

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		<title>Ein Mann und sein Meer</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Feb 2018 15:47:21 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie die Liebe zum Meer Nikolaus Gelpke zum Verleger gemacht hat. Ein Porträt des Gründers von MARE]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie die Liebe zum Meer Nikolaus Gelpke zum Verleger gemacht hat. Ein Porträt des Gründers von MARE</p>

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		<title>Kasbah YSL</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Nov 2017 14:21:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Marrakesch, gleich neben dem Jardin Majorelle, huldigt nun ein monografisches Museum dem großen Yves Saint Laurent. Entworfen haben es zwei junge Franzosen – inspiriert von den klaren Formen seiner Mode.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Marrakesch, gleich neben dem Jardin Majorelle, huldigt nun ein monografisches Museum dem großen Yves Saint Laurent. Entworfen haben es zwei junge Franzosen – inspiriert von den klaren Formen seiner Mode. </p>

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		<title>Der Design-Diplomat</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2017 10:18:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es gibt ein Wort, das David Glättli nicht so gern hört, erst recht nicht, wenn es um seine Ideen geht: musukashii. Wenn Glättli in einem Raum voller Japaner sitzt und ein Produkt vorstellt und einer „musukashii“, also „schwierig“, sagt, dann kann das bedeuten, dass es schwierig, aber machbar ist. Oder dass es zu kompliziert ist, um gebaut werden zu können. Oder aber, dass es gebaut werden könnte, den Verantwortlichen aber nicht gefällt, weshalb es doch nicht hergestellt wird. David Glättli muss dann den Fährten folgen, die in den Zwischentönen mitschwingen. In Japan heißt das: die Luft lesen können. Zum Glück [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2017/11/kns-atmo.jpg" alt="kns-atmo" width="1024" height="683" class="aligncenter size-full wp-image-1941" /></p>
<p>Es gibt ein Wort, das David Glättli nicht so gern hört, erst recht nicht, wenn es um seine Ideen geht: musukashii. Wenn Glättli in einem Raum voller Japaner sitzt und ein Produkt vorstellt und einer „musukashii“, also „schwierig“, sagt, dann kann das bedeuten, dass es schwierig, aber machbar ist. Oder dass es zu kompliziert ist, um gebaut werden zu können. Oder aber, dass es gebaut werden könnte, den Verantwortlichen aber nicht gefällt, weshalb es doch nicht hergestellt wird. David Glättli muss dann den Fährten folgen, die in den Zwischentönen mitschwingen. In Japan heißt das: die Luft lesen können.</p>
<p>Zum Glück ist David Glättli Schweizer und daher vertraut mit der hohen Kunst des Nichtssagens. „Man kann zwar nicht aussprechen, was man denkt, muss vieles aber auch nicht sagen, weil jeder weiß, was gemeint ist.“ In gewisser Weise findet er das auch ganz angenehm. Und so fühlt sich Glättli, der Schweizer, an manchen Tagen sehr japanisch. David Glättli ist der einzige Europäer, der in Japan für Karimoku arbeitet, den größten Holzmöbelhersteller des Landes. Karimoku ist ein traditionsreiches Familienunternehmen mit über 90 Jahre alter Geschichte. Der Showroom erinnert an eine Filiale von Möbel Höffner: ein riesiger Klotz in der Präfektur Aichi, eine Dreiviertelstunde von Nagoya entfernt. Von der Louis-XV-Kollektion bis hin zu 80er-Jahre-Möbeln ist aus allen Epochen etwas dabei, gesichtslose Stühle und Schränke, immerhin erdbebenfest. Für wohlhabende Leute, Politiker etwa, sind die Möbel größer und wuchtiger, „denn die haben Platz in der Wohnung“, erklärt Kōji Yokoi von Karimoku. Es gibt die High-End-Linie „Domani“ („soll italienisch klingen“) und Betten in Kooperation mit Hülsta, denn das ist „deutsche Qualitätsware“.</p>
<p>Karimoku ging es lange Zeit ziemlich gut in Japan, das Unternehmen hat im Laufe der Jahre 1600 Mitarbeiter und 20 000 Möbel angehäuft. „Das sind zu viele“, sagt Manager Kōji Yokoi. „Aber so lief lange das Geschäft: Wo Nachfrage da war, entwickelten wir ein Produkt.“ Früher, in besseren Zeiten, haben die Eltern einer Braut nach der Hochzeit Möbel von Karimoku gekauft und sind in einem großen Lkw mit transparenten Planen durch die Stadt gefahren: Schaut, wir können uns was leisten! Seit aber die Wirtschaft schrumpft und mit ihr der Markt; und seit die Gesellschaft überaltert, kauft kaum noch jemand Möbel. Das Werk läuft heute mit halber Kapazität.</p>
<p>Karimoku musste gegensteuern. Ziel: internationale Präsenz stärken. David Glättli ist da irgendwie so reingerutscht, nach seinem Designstudium in Mailand und dem Abschluss an der Écal in Lausanne. Er lernte japanisch, nur aus Interesse, und ging nach Osaka – es hieß, dort könne man leicht Anschluss finden. So dauerte es nicht lange, bis Glättli den Designer Teruhiro Yanagihara kennenlernte, der wiederum für Karimoku arbeitete. Er sollte jüngere Möbel machen, irgendwie skandinavischer, das hatte schon in den Sechzigern funktioniert: Mit Stücken, die an die Werke von Arne Jacobsen erinnern, war der kleine Holzbaubetrieb rasant gewachsen.</p>
<p>„High-Tech und High-Touch“ heißt bei Karimoku das Motto: Mensch und Maschine arbeiten Hand in Hand. Und wenn es schon keine Fachkräfte aus dem Ausland gibt, kommen zumindest viele der Roboter aus Deutschland, einige aus Italien. „Die weigern sich aber häufiger mal, zu arbeiten“, sagt Kōji Yokoi. „Dafür sind sie nicht so stur wie die deutschen.“ Ständig werfen die 70 angestellten Designer neue Produkte auf den Markt. „Unsere Qualität ist wirklich herausragend“, sagt Kōji Yokoi, „nur am Aussehen mangelt es etwas.“ Aber dafür gibt es ja jetzt den Schweizer.</p>
<p>Vielleicht passt David Glättli auch deshalb so gut ins Unternehmen, weil Schweizer bei Japanern immer einen Stein im Brett haben – mehr noch als andere Europäer und nicht nur, weil sie nicht als Kolonialmacht auftraten. Schon 1864 stellte die Schweiz ihre Handelsbeziehungen mit dem vorher recht abgeschotteten Japan auf eine rechtliche Basis. Die schweizerische teilt mit der japanischen Kultur nicht nur das Bewusstsein für Qualität, sondern auch für Innovation und Automation. Beide Kulturkreise schätzen die distanzierte Höflichkeit. „Der Wohlstand beider Länder“, schrieb unlängst die „NZZ“, „ist in sehr großem Maße von der Integration in die Weltwirtschaft abhängig. Gleichzeitig besteht ein ausgeprägter Hang zum insularen Denken.“</p>
<p>Doch als David Glättli unter Teruhiro Yanagihara beginnt, Möbel für Karimoku zu entwerfen, merkt er schnell: „Das passte nirgendwo rein.“ Gemeinsam schlagen sie vor, eine neue Untermarke zu gründen: „Karimoku New Standard“. Das klang wegweisend. Das würde auch in Europa funktionieren. Der Juniorchef zeigte sich überzeugt, erinnert sich Glättli: „Ich weiß noch, wie er beim ersten Treffen sagte: ‚Das machen wir!‘ Und alle anderen wurden bleich.“ Denn für Karimoku ist es ein kostspieliges Unterfangen. Frühere Versuche, nach Europa zu gehen, waren krachend gescheitert. Die Qualität: phantastisch, aber die Möbel: viel zu klein. Vom Design ganz zu schweigen.</p>
<p>Und ein Schweizer soll’s richten? Die Altvorderen im Vorstand lassen sich nur überzeugen, weil „New Standard“ die japanische Forstwirtschaft stärken soll. Nach Finnland und Schweden ist Japan die waldreichste Industrienation, fast 70 Prozent des Landes sind mit Wald bedeckt (in Deutschland sind es 32 Prozent). Für die neue Linie soll nur Hartholz kleiner Bäume verwendet werden, die bei der Durchforstung des Waldes geschlagen werden. Das ist üblich, weil Wälder eng gepflanzt und schwache Bäume später entfernt werden. Ein ganzer Geschäftszweig entsteht, denn bislang nutzt niemand in Japan dieses Holz in dem Ausmaß. „Wir verarbeiten Eiche, Esche, Ahorn und Kastanie“, sagt David Glättli. „Lokal und ökologisch.“</p>
<p>Nur: wie soll ein Möbelstück aussehen, das ins pulsierend dichte Tokio genauso passt wie in den ausgeruhten Harz? „Die Idee ist nicht, von einem Produkt zwei Versionen herzustellen“, sagt Glättli, „sondern eine, die an beiden Orten funktioniert.“ Heißt: nicht das Mittelmaß der Dinge zu finden, sondern einen anderen Weg, so dass das Möbelstück verschiedene Funktionen in verschiedenen Märkten erfüllt. Seit 2008 gibt es „New Standard“ (auf der Design Week in Tokio räumte die Marke damals alle Preise ab), seit 2012 ist Glättli alleiniger Art Director. Er hat acht namhafte Designer verpflichtet, die daran arbeiten, die Vision eines universalen Möbels zu verwirklichen.</p>
<p>Da ist etwa das bewusst an Le Corbusiers „Grand Comfort Sofa“ angelehnte Sofa „Castor“ vom Designstudio Big-Game, das, zugeschnitten auf japanische Maße, auch von hinten eine gute Figur macht. Es traf eine Nische in Europa, wo fast alle Sofas riesengroß sind, nicht aber die Auswahl für eine kleine Wohnung oder ein Gästezimmer. Oder den zugehörigen Stuhl, der an einen Shinto-Schrein erinnert. Für japanische Wohnungen hat er eine gute Größe, in Europa ist er als Bistromöbel beliebt. Viele der Designer sind mit Karimoku gewachsen (Glättli kannte einige vom Studium oder durch Freunde), heute entwerfen sie für Hay, Moroso, Georg Jensen. Der Designer Lucien Gumy, der ebenfalls an der Écal studiert hat, hatte an der Schule ein Projekt mit Alessi gemacht und in Mailand gezeigt: einen kleinen Papierhalter aus Holz. „Den fand ich sehr schön, da habe ich Lucien gefragt, ob der produziert wurde.“ Wurde er nicht – jetzt stellt Karimoku den „Berra“ her.</p>
<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2017/11/kns-fabrik.jpg" alt="kns-fabrik" width="1024" height="683" class="aligncenter size-full wp-image-1943" /></p>
<p>Was anfing als Serie kleiner Objekte, die man überall einsetzen kann, ohne dass man alles in einem Stil einrichten muss, ist so langsam zu einem kohärenten Gefüge zusammengewachsen. Die Produkte sind in immer mehr Geschäften in Europa erhältlich. David Glättli kann den Spagat zwischen Ost und West vielleicht auch deshalb so gut meistern, weil er lange mit Frau und Möbeln in einem Machiya in Kyoto gewohnt hat – einem hundertjährigen traditionellen japanischen Reihenhaus mit Tatamimatten auf dem Boden, das nicht viel Komfort bot, im Winter beißend kalt und im Sommer brütend heiß war. Durch die Ritzen in der Hauswand hindurch konnte er sich mit den Nachbarn unterhalten.</p>
<p>Er hat jetzt ein Kind, und mittlerweile wohnt die Familie in einer für japanische Verhältnisse großzügigen Wohnung im Tokioter Stadtteil Meguro. Die Faszination für den Genius Loci japanischer Häuser aber ist geblieben. „In Japan ist immer eine geistige Linie dabei“, sagt Glättli. Es sei bei weitem nicht so streng und funktional wie in der Schweiz. „Ich finde das faszinierend, weil es sich nicht in Worte fassen lässt. Zum Beispiel die Tokonoma: eine kleine ausgestaltete Nische im Raum zum besseren Wirken einzelner Gegenstände, die schön aussieht, aber wenn man es genau betrachtet, ergibt das funktional überhaupt keinen Sinn.“</p>
<p>Nur: das junge, japanische Design vermisst er. „Ich habe etwas Mühe, zeitgenössisches japanisches Design zu erkennen“, klagt Glättli. „Nach Noguchi hat es sich irgendwie verloren.“ Deshalb arbeitet er hauptsächlich mit aufstrebenden europäischen Designern zusammen. Mit scharfem Auge wacht er über die Entwicklung der Ideen: „Zuerst will ich, dass sie die Fabrik sehen; dass sie mit eigenen Augen sehen, wie hier produziert wird, dass sie das Bewusstsein entwickeln, dass das, was entworfen wird, wie zwingend von Karimoku hergestellt werden muss. Viele Entwürfe sehen toll aus, aber die kann man auch in der Schweiz produzieren.“</p>
<p>Was beispielsweise schwer machbar ist in Kontinentaleuropa, ist der von der traditionellen Yatoi-Sanetsugi-Technik inspirierte Tisch „Colour Wood“ vom Designstudio Scholten &#038; Baijings. Sein Fuß besteht aus 15 einzelnen Holzplanken, die in einem präzise geschnittenen Winkel um ein Gerüst herum geformt werden. Oder der Hocker – „Colour Stool“ – aus der gleichen Reihe, dessen Sitzfläche mit einem feinen, gekerbten Raster überzogen ist. Die Farbe wurde aufgesprüht und der Übertrag anschließend von Hand abgeschliffen. „Der Hocker trägt die klare Handschrift der Designer“, sagt David Glättli, „und wer ihn sieht, weiß sofort, dass er besonders ist. Dass es Skills braucht, so etwas zu fertigen. Am Anfang hat Karimoku gedacht, das geht gar nicht.“</p>
<p>Musukashii eben, schwierig, aber am Ende haben sie es doch hingekriegt. Hie und da gibt es natürlich Probleme – etwa mit dem Barhocker, der einen Ring aus Holz bekommen soll. „Sieht einfach aus, klappt aber nicht“, sagt Glättli. „Artek biegt schon seit 80 Jahren Holz, aber die machen das aus Sperrholz, und das können sie auch.“ Karimoku arbeitet aber mit Massivholz – und das lässt sich nicht leicht biegen. Doch Glättli ist optimistisch, dass auch dieses Problem bald gelöst sein wird.</p>
<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2017/11/kns-finishing.jpg" alt="kns-finishing" width="1024" height="912" class="aligncenter size-full wp-image-1944" /></p>
<p>Denn wenn es um die Holzverarbeitung und Oberflächenveredelung geht, macht den Japanern keiner etwas vor. „So muss es sein. Das muss Sinn haben, es in Japan zu bauen und nach Europa zu schiffen, das kann nicht der Selbstzweck sein, wenn man das auch in Europa herstellen könnte.“ David Glättli arbeitet daran, den Leitgedanken von Karimoku in die Welt zu tragen: höchste Qualität und Handwerkskunst ohne Kompromisse. Robuste, aber schöne Möbel. Er will, dass die Kunden verstehen, warum drei Servierteller etwa knapp 500 Euro kosten (und in Onlineshops überall in höchsten Tönen für das gute Preis-Leistungs-Verhältnis gelobt werden).</p>
<p>Dass der Schweizer in gewisser Weise Wunder zu wirken vermag, hat sich längst herumgesprochen. David Glättli hilft längst auch anderen kleinen und großen Herstellern in Japan, die Brücke nach Europa zu schlagen. Für manche Firmen ist es der einzige Weg, in einer globalisierten Welt eine Zukunft zu finden. Zuletzt wurde er überschwenglich für das „Arita Project“ gefeiert, die „Wiedergeburt“ der mehr als 400 Jahre alten Heimstätte japanischen Porzellans. Für das Projekt brachte er die bedeutendsten Keramikmanufakturen des Landes mit 16 internationalen Designern zusammen.</p>
<p>Denn das ist es, was David Glättli wohl am besten kann: vermitteln, Zweifel ausräumen und Menschen verschiedener Kulturen zusammenbringen. Er ist gewissermaßen ein Design-Diplomat, und das ist ja nun nicht die schlechteste Berufung. In Mailand und Köln zeigt Karimoku mittlerweile zwischen den Größten der Branche: herausragende Technologie, zurückhaltendes Design, großen Komfort – ein Sinnbild Japans. Und Glättlis Engagement hat auch den internen Wettbewerb angefeuert. Er hat den jungen Designern Mut gemacht, aus dem Schatten der alten zu springen. Bei „Karimoku New Standard“ kommen neuerdings auch sie zum Zuge, dort treffen alte auf neue Werte – und selten lagen die Schweiz und Japan so nah beieinander.</p>

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		<title>Ein Ort der Einkehr</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Nov 2017 22:16:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein Jahr unseres Lebens verbringen wir auf der Toilette. Und doch wird über kaum einen Einrichtungsgegenstand so wenig geredet. Gut, dass es Menschen wie Mete Demiriz gibt]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Jahr unseres Lebens verbringen wir auf der Toilette. Und doch wird über kaum einen Einrichtungsgegenstand so wenig geredet. Gut, dass es Menschen wie Mete Demiriz gibt</p>

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		<title>Air Berlin sagt Tschüss</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Oct 2017 11:58:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mit Air Berlin verschwindet auch ein Stück Berlin: Der letzte Linienflug unter eigener Flugnummer landete in der Nacht zum Samstag in Tegel. Es war ein tränenreicher Abschied – ich war dabei.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Air Berlin verschwindet auch ein Stück Berlin: Der letzte Linienflug unter eigener Flugnummer landete in der Nacht zum Samstag in Tegel. Es war ein tränenreicher Abschied – ich war dabei.</p>

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		<title>„Das Glück fängt an, wenn ich aufwache“</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Sep 2017 12:40:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wer Oda Jaune zum ersten Mal trifft, mag gar nicht glauben, dass diese hauchzarte, hübsche Frau mit ihren Mandelaugen bevorzugt deformierte Leiber und umgestülpte Organe malt. Mit 17 kam Jaune (damals noch Michaela Danowska) zusammen mit ihrer älteren Schwester und ihren Eltern von Bulgarien nach Deutschland. Die Schwester geht zu A.R. Penck, sie selbst zu Immendorff. Die beiden verlieben sich, heiraten und bekommen ein Kind: Ida. Weil Michaela nicht wie ihre malende Schwester und ihr malender Mann heißen will, bittet sie Immendorff, ihr einen neuen Namen zu geben. „Ich finde, einen Namen muss man bekommen“, sagt sie. Er gibt ihr [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Wer Oda Jaune zum ersten Mal trifft, mag gar nicht glauben, dass diese hauchzarte, hübsche Frau mit ihren Mandelaugen bevorzugt deformierte Leiber und umgestülpte Organe malt. Mit 17 kam Jaune (damals noch Michaela Danowska) zusammen mit ihrer älteren Schwester und ihren Eltern von Bulgarien nach Deutschland. Die Schwester geht zu A.R. Penck, sie selbst zu Immendorff. Die beiden verlieben sich, heiraten und bekommen ein Kind: Ida. Weil Michaela nicht wie ihre malende Schwester und ihr malender Mann heißen will, bittet sie Immendorff, ihr einen neuen Namen zu geben. „Ich finde, einen Namen muss man bekommen“, sagt sie. Er gibt ihr den Namen Oda Jaune, und dazu einen Pass der Republik Gyntiana, dem Märchenland von Henrik Ibsen, in dem es weder Zeit noch Grenzen gibt. Oda ist altdeutsch für „Schatz“ und Jaune ist das französische Wort für Immendorffs Lieblingsfarbe Gelb. Oda liebt ihren Namen. „Das schönste Geschenk, das er mir gemacht hat.“ 2007 stirbt Immendorff. Sie flieht vor der zudringlichen deutschen Boulevardpresse nach paris und beginnt dort mit der kleinen Ida ihr drittes Leben. Wir haben die ganz besondere Malerin in ihrer Wohnung im 7. Arondissement besucht<br />
</em></p>
<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2017/08/odajaune.jpg" alt="odajaune" width="740" height="1010" class="aligncenter size-full wp-image-1919" /><br />
Fotos: Eva Baales</p>
<p><strong>Oda, erzähle uns, wie du wohnst.<br />
</strong><br />
Ich wohne im 7. Arrondissement, da, wo auch der Eiffelturm steht. Seit ich mit meiner Tochter vor neun Jahren nach Paris kam, sind wir dreimal umgezogen. Immer dahin, wo sie gerade zur Schule geht. Da, wo wir jetzt wohnen, ist es sehr ruhig. Es gibt eigentlich nichts hier, es bewegt sich nichts, und es verändert sich nichts. Alles ist steril und leer. Aber schön. </p>
<p><strong>Wie sieht deine Wohnung aus?<br />
</strong><br />
Meine Wohnung ist 120 Quadratmeter groß. Es gibt eine Küche, zwei Zimmer, zwei Bäder und einen Zwischenraum, den ich für meine Arbeit an Skulpturen nutze. Als ich nach Paris gezogen bin, habe ich nichts mitgenommen außer zwei Koffern; die Wohnung war ohnehin so klein, dass nichts hineinpasste. Die Möbel habe ich bei Ebay und auf dem Flohmarkt gekauft. Stücke aus meiner früheren Zeit in Düsseldorf, nach denen ich Sehnsucht hatte, habe ich später nachgeholt. Meine aktuelle Wohnung ist eine Mischung aus neuen Stücken und denen, die ich vermisst habe.</p>
<p><strong>Wo hältst du dich am liebsten auf?<br />
</strong><br />
Ich habe zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Räumen meinen Rückzugsort. Das Haus ist oft sehr voll, weil Freunde alles Mögliche bei uns unterstellen. Und weil wir viel Besuch bekommen – da wird schon mal der Flur zum Schlafzimmer. Es ist eine Wohnung, die die unmöglichsten Transformationen erlebt hat. Es gibt das Wohnzimmer, wo meine Eltern oft zu Besuch sind. Im Winter wohnen sie fast schon bei uns. Wenn ich da die Tür aufmache, fängt meine Kindheit wieder an. Ich werde behandelt wie ein Kind und muss mich auch so verhalten wie ein Kind. Wenn sie da sind, habe ich diesen Raum sehr lieb. Dann gibt es das Badezimmer, in dem einige meiner Lieblingskunstwerke hängen. Es gibt kaum einen ehrenvolleren Ort als das Zimmer, in dem du dich rein machst von allem. Und die Küche. Sie sieht nicht aus wie eine Küche, sie hat einen Kamin. Der, der das umgebaut hat, hat alles sehr komisch verteilt. Aber das mag ich an meiner Küche: dass sie kein echter, sondern ein erfundener Ort ist. Das größte Zimmer hat meine Tochter, ich habe ein kleines. In meinem Schlafzimmer schließe ich einfach die Augen, für mich ist der Raum nicht so wertvoll wie für sie, die gerade heranwächst. Ob es eng ist oder weit, spielt für mich keine Rolle. Mein Raum ist im Kopf.</p>
<p><strong>Malst du zuhause auch?<br />
</strong><br />
Nein, nur im Atelier, jetzt wieder. Letztes Jahr habe ich kein einziges Bild gemalt. In einem Zwischenraum in meiner Wohnung habe ich Skulpturen gemacht. Das war ein Luxus, ein Geschenk an mich selbst, weil ich das vor vielen Jahren mal gemacht habe und dann durch die Malerei total vernachlässigt habe. Jetzt konnte ich es mir leisten, mich so frei zu machen und nur das Dreidimensionale zu haben, ohne die Farben. Wo nur Licht und der Schatten eine Rolle spielen. Das war eine wunderschöne Reise. Ich wollte auch eine Pause von den toxischen Farben machen und dachte, die Porzellanmasse würde viel sauberer. Schon in der ersten Woche fing weißer Staub an zu fallen, es gab Lichtschnee in jedem Raum. Meine Familie hat da einiges mitgemacht. Ich habe dann für jede Skulptur eine Holzbox bestellt, die stapeln sich jetzt in jedem Raum, nur in der Toilette nicht. Jetzt freue ich mich aber auch, zur Malerei zurückzukehren, mit allem, was die mir gibt. Skulpturen zeigen einem doch auch Grenzen auf.</p>
<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2017/08/odajaune-skulptur.jpg" alt="odajaune-skulptur" width="789" height="559" class="aligncenter size-full wp-image-1923" /></p>
<p><strong>Du zeigst in deinen Bildern viel Fleisch, obszöne, zuweilen fast abscheuliche Szenen. Wo kommt das her?<br />
</strong><br />
Fleisch und Blut sind ein Teil von uns. Wir vergessen, dass wir daraus gemacht sind, weil wir eine Haut haben. Wir haben wahnsinnige Angst davor, was wir eigentlich sind. Das finde ich sehr interessant. Das Bewusste, das Erklärbare, interessiert mich nicht so sehr, sondern das Unerklärbare, das, was uns so großartig macht. </p>
<p><strong>In Deutschland sagen sie: Du malst Albträume, du verarbeitest irgendetwas. In Frankreich vergleichen sie deine Kunst mit Magritte und Max Ernst.<br />
</strong><br />
Das ist auch eine Generationenfrage. Die jungen Menschen, also die, die jünger sind als ich, sehen das nicht so. Die gehen da anders heran. Es spielt ja auch unrelevant, woran ich gedacht habe beim Malen, sondern was der Betrachter fühlt. In Deutschland spielt sicherlich auch die Geschichte eine Rolle, dort gibt es viel Schmerz, in Frankreich sind die Menschen freier. Es ist überhaupt interessant, wie groß die Resonanz hier in Frankreich ist. Ich hatte ja nichts geplant, ich habe einfach gedacht, ich werde einen Ort finden, um mit meiner Tochter ein Leben und eine Ruhe zu haben. Erstmal die Sprache zu lernen. Dass ich schon zwei Monate nach meiner Ankunft die erste Ausstellung bei Daniel Templon zeigen konnte, war ein großes Glück.</p>
<p><strong>War es eine Flucht vor dem Düsseldorfer Klüngel?<br />
</strong><br />
Ich hatte im Grunde keine andere Wahl. Ein Leben in Düsseldorf wäre unmöglich gewesen. Alles brach zusammen in Düsseldorf, ich habe meinen Mann verloren, im gleichen Jahr wurde meine Mutter sehr krank. In Düsseldorf hätte ich keine Freiheit gehabt, wäre immer die Beobachtete geblieben. Ich bin ein Jahr lang geblieben und wusste, wenn ich bleibe, werde ich durch den Schmerz verschwinden. Und ich dachte, ich verschwinde lieber in eine gute Richtung.</p>
<p><strong>Warum gerade Paris?<br />
</strong><br />
Ich wäre gern nach New York gezogen, aber meine rationale Seite hat sich für Europa entschieden. Ich will mich weiter um meine Eltern kümmern. Ich habe mich aus einer Idee heraus für Paris entschieden. Ich wusste, dass es eine Stadt ist, in der ich kein Auto brauche und nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin. Ich gehe sehr gern spazieren. Und ich wollte meine Ruhe haben, und habe bewusst einen Ort ausgewählt, wo ich die Sprache nicht spreche, wo mich niemand kennt, wo ich niemanden kenne. Paris hat mir die Freiheit gegeben, dass nichts aus meinem alten Leben zählte. Das war mein New York: If I can make it there, I’ll make it anywhere.</p>
<p><strong>Hat der Terror die Stadt verändert?<br />
</strong><br />
Der 13. November ist mein Geburtstag, und ich war im Atelier mit meinen liebsten Menschen. Vieles war ungewiss in dieser Nacht. Was, wenn Paris nie wieder die gleiche Stadt ist, und wenn sie einfach untergeht vor Schmerz, dieser Gewalt, dieser Vergewaltigung? Da wusste ich: Ich gehe von hier nicht einfach weg. Ich werde die Stadt nicht verlassen, wenn es ihr so schlecht geht. Es muss schon einen anderen Grund geben. Wie die Pariser weitergemacht haben, immer den Kopf hoch, das fand ich sehr gut. Für mich war es wichtig, in dieser Zeit für die Stadt da zu sein. Eine Liebe braucht auch das Gefühl, dass man etwas verlieren kann. Es nicht als gegeben hinzunehmen. Der Terror hat meiner Liebe zu Paris eine neue Seite gegeben.</p>
<p><strong>In Deutschland wurdest du zuletzt nur noch „Immendorffs Witwe“ genannt. War es schwer für dich, aus dem Schatten dieses Namens zu treten?<br />
</strong><br />
Ich habe mich überhaupt nicht mehr damit auseinandergesetzt, denn ich fand es nicht akzeptabel, so bezeichnet zu werden. Vor allem: Man nennt immer nur die Frauen „Witwen“. Wann hört man mal von einem Witwer?</p>
<p><strong>Du warst seine Meisterschülerin. Was hast du gelernt?<br />
</strong><br />
Als wir uns trafen, und das begreife ich erst jetzt so richtig, war ich ganz am Anfang und er stand schon am Ende seines Lebens. Wir sprachen nicht viel, wir kommunizierten über Unausgesprochenes, es floss einfach. Wir haben durch die Malerei gelebt, geliebt, gesprochen. Er hat mir gezeigt, was es bedeutet, nicht aufzugeben, selbst wenn dir die Natur alles nimmt.</p>
<p><strong>Er sagte: Malen ist Menschwerdung.<br />
</strong><br />
Das sehe ich anders. Mich befreit die Malerei vom Menschendasein. Das Menschsein ist zu sehr gebunden an Sachen, für die man sich eher schämt. Man schämt sich für das Menschliche. Ich liebe das Menschliche, doch durch das Malen löse ich mich davon. </p>
<p><strong>Glaubst du, dass von Künstlerinnen ein bestimmter Look erwartet wird?<br />
</strong><br />
Oh ja. Man soll am liebsten Schwarz angezogen sein. Eine Frau muss sich männlich anziehen.</p>
<p><strong>Düsseldorf ist ja, zumindest wirtschaftlich, die deutsche Modestadt. Wie unterscheidet sich der Stil der Frauen in beiden Städten?<br />
</strong><br />
Jetzt muss ich mich diplomatisch ausdrücken. Vielleicht rede ich einfach nicht über Düsseldorf. Oder sagen wir: In Düsseldorf tragen sie oft Kleider, die schreien danach, wie viel sie gekostet haben. Das würde man in Paris als vulgär bezeichnen. Das Materielle ist es nicht, was die Eleganz einer französischen Frau ausmacht. Keine Frau ist so anziehend wie die Pariserin. Selbst das Altern tut ihr gut. Weißt du, ich habe mich in die Pariser Frau verliebt. Ich mag das Verborgene an ihr. Manchmal sieht es aus, als ob die Kleider die Geschichte des letzten Tages und der Nacht noch in sich tragen. Das mag ich sehr gern. Es steckt viel Poesie im Unperfekten, mir gefällt das Gebrochene, zu Gelebte, Gerauchte, Getrunkene.</p>
<p><strong>Du rauchst nicht und du trinkst nicht. Kann man in Paris so überleben?<br />
</strong><br />
Ach, ich habe ich andere Laster, seit ich hier bin: Ich esse sehr viel Fleisch. Es ist auch sehr schwierig, sich vegetarisch zu ernähren, wenn man nicht nur Beilagen essen möchte. Es ist sehr inhuman und nicht sehr gut, aber man kann ja nicht perfekt sein.</p>
<p><strong>Würdest du sagen, dein Stil hat sich verändert, seit du in Paris bist?<br />
</strong><br />
Ich trage gern Second-Hand-Sachen, kaufe aber meistens nur auf Reisen ein. Ich mag Trachten und Kleider, die tatsächlich aus dem Ort kommen, wo ich sie kaufe. Ich liebe es, Stücke zu finden, bei denen ich das Gefühl habe, die werden jetzt mit mir sein, die werden mit mir wohnen. Basics liegen bei mir gefaltet im Schrank, aber alle anderen Stücke sind sichtbar. Manche sind in Größe XXL, die werde ich nie tragen können. Aber ich besitze sie, weil sie wie Skulpturen aussehen. Stoffskulpturen. Am meisten mag ich eine die Jacke aus Strick und Schlangenleder, die meine Mutter früher getragen hat in einer Zeit, als es in Bulgarien nur Uniformen gab.</p>
<p><strong>Was trägst du am liebsten?<br />
</strong><br />
Ein schwarzes, langes Samtkleid, das keinen Rücken hat und keinen Namen. Aber im Atelier laufe ich nur in Arbeitskleidung rum. Beschmutzte Jeans, warme Pullover und Turnschuhe. </p>
<p><strong>Kannst du dir vorstellen, in Paris alt zu werden?<br />
</strong><br />
Ich bin schon mittelalt geworden hier in Paris. Ich würde gerne 200, am liebsten 300 Jahre leben. Und immer in anderen Städten. Ich liebe Neuanfängen. Ich trage alles mit mir. Ich nehme es von einem Ort und wachse in einen anderen. Aber die Liebe zu Paris ist zu stark, ich weiß nicht, wie ich sie verlassen soll. </p>
<p><strong>Was ist für dich das größte Glück?<br />
</strong><br />
Ich bin glücklich. Ich glaube, dass ich so geboren wurde. Dass mir das Kraft gegeben hat. Das Glück fängt an, wenn ich aufwache und das Licht sehe. Das ist ein wahnsinniges Glück, es fließt sofort in das Blut, es ist nicht zu beherrschen. Sogar in der Nacht. Es ist nie ganz dunkel. Das Licht findet immer seinen Weg.</p>

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		<title>Ollivier und die Ausbeuter</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Aug 2017 12:34:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Alte Baustoffe für neue Häuser sind stark gefragt. Doch woher stammt das Material? In Frankreich kämpft ein Bürgermeister mit allen Mitteln gegen den Ausverkauf seiner Stadt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Alte Baustoffe für neue Häuser sind stark gefragt. Doch woher stammt das Material? In Frankreich kämpft ein Bürgermeister mit allen Mitteln gegen den Ausverkauf seiner Stadt.</p>

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		<title>Ein Bild für die Götter</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Aug 2017 11:54:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In 18 Stunden und einer Minute kommt man im Flugzeug einmal um die halbe Welt. Oder man malt einen Dreamliner an den Himmel. Warum macht Boeing das?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In 18 Stunden und einer Minute kommt man im Flugzeug einmal um die halbe Welt. Oder man malt einen Dreamliner an den Himmel. Warum macht Boeing das?</p>

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		<title>Es hängt an Bahrain</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jun 2017 11:49:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Qatar Airways ist mit am stärksten von der diplomatischen Krise am Golf betroffen. Das Schicksal der Airline liegt nun ganz in der Hand Bahrains. Was bedeutet das für die Pläne des Unternehmens?]]></description>
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		<title>Hinter dem Vorhang</title>
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		<pubDate>Sat, 20 May 2017 11:46:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Obwohl Iran sich öffnet, bleibt das Land doch vielen fremd. Eine junge Deutsche will das ändern – mit einem Blick in persische Wohnungen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl Iran sich öffnet, bleibt das Land doch vielen fremd. Eine junge Deutsche will das ändern – mit einem Blick in persische Wohnungen.</p>

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		<title>Ein Monobloc kommt selten allein</title>
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		<pubDate>Thu, 04 May 2017 16:13:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der archetypische Plastikstuhl ist für viele der hässlichste Stuhl der Welt. Was kaum jemand weiß: Hinter dem Entwurf steckt ein bekannter Designer.]]></description>
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		<title>Die Rhabarber-Renaissance</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Mar 2017 12:22:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Yorkshire wächst der beste Rhabarber der Welt: äußerst zart, nicht sauer, sogar roh kann man ihn verzehren. Seine Stängel erblicken nie das Licht, geerntet wird er bei Kerzenschein. Nicht nur Naturmystiker fangen in der Scheune von Janet Oldroyd im Kerzenschein unwillkürlich an zu flüstern, als wären sie in einer Kathedrale. Und wer die Ohren spitzt, kann hören, wie der Rhabarber aus dem Boden kriecht, wie er aufpoppt aus seiner Schutzhülle, tausendfach, auf der vergeblichen Suche nach Licht. Ein magischer Moment. Der Anbau ist dagegen ein eher schmutziges Geschäft. Durch das fensterlose Gebäude führt ein Schlammpfad, es ist warm und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>In Yorkshire wächst der beste Rhabarber der Welt: äußerst zart, nicht sauer, sogar roh kann man ihn verzehren. Seine Stängel erblicken nie das Licht, geerntet wird er bei Kerzenschein.<br />
</strong></em></p>
<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2017/03/rhubarb-illu-1024x1024.jpg" alt="rhubarb-illu" width="300" height="300" class="alignleft size-large wp-image-1901" /></p>
<p>Nicht nur Naturmystiker fangen in der Scheune von Janet Oldroyd im Kerzenschein unwillkürlich an zu flüstern, als wären sie in einer Kathedrale. Und wer die Ohren spitzt, kann hören, wie der Rhabarber aus dem Boden kriecht, wie er aufpoppt aus seiner Schutzhülle, tausendfach, auf der vergeblichen Suche nach Licht. Ein magischer Moment. Der Anbau ist dagegen ein eher schmutziges Geschäft. Durch das fensterlose Gebäude führt ein Schlammpfad, es ist warm und feucht und riecht nach Regenwald. Die Stangen werden im Licht der Kerzen in fast andächtiger Stille gepflückt. Manche der Männer haben früher im Bergwerk gearbeitet, aber das hier sei ein Knochenjob, sagen sie. Janet Oldroyd, die Frau in Fleecepulli und Gummistiefeln, die in Yorkshire ehrfürchtig „Hohepriesterin des Rhabarbers“ genannt wird, lässt anbauen und ernten wie vor hundert Jahren. Und trifft damit einen Nerv der Zeit.</p>
<p>Das lange fast vergessene Gemüse erlebt seit Jahren eine beachtliche Renaissance. Prominente Köche wie Rick Stein, Nigella Lawson und Jamie Oliver preisen die Vorzüge des Edelrhabarbers aus Yorkshire, der nicht mehr nur in Crumbles und Puddings und Cakes landet, sondern auch auf Tellern zu Ente, Lamm oder Lachs. Ambitionierte Hobbyköche erweitern ihr Repertoire über Kompott und Kuchen hinaus; die Rhabarberschorle ist fest im Programm vieler Getränkehersteller und als Sommergetränk nicht mehr wegzudenken, es gibt sogar Gummibärchen mit Rhabarbergeschmack. Bisheriger Gipfel: Im letzten Herbst brachte Hermès ein „Eau de rhubarbe“ heraus, eine Hommage an die „Zwiegestalt des Rhabarbers“. Ohnehin sind traditionelle Produkte aus der näheren Umgebung und alte Produktionsverfahren gefragt: Rhabarber ist regional und bio, sein Geschmack exquisit, er kitzelt am Gaumen wie kaum ein anderes lokales Gewächs. </p>
<p>Er stammt ursprünglich aus dem Himalaja und kam erst im 17. Jahrhundert nach England. Zunächst etablierte sich die Wurzel in Adelskreisen als Mittel gegen Fettleibigkeit, erst später entdeckte man die kulinarischen Vorzüge der Rhabarberstengel – Rhabarber wurde als „Wunderfood“ ausgerufen.</p>
<p>Der Urgroßvater von Janet Oldroyd hatte sich in Yorkshire in die Kunst der besonderen Stangen einweihen lassen, die hier wachsen: Treibrhabarber, der nicht erst im April, sondern schon im Januar reif ist, und der viel zarter und feinsinniger im Gaumen liegt als sein saurer Freilandbruder. Von den tausend Tonnen Rhabarber, die ihr Unternehmen E. Oldroyd &#038; Sons heute produziert, ist ein Fünftel der besondere „Yorkshire Forced Rhubarb“. Dass er gerade in Yorkshire so gut gedeiht, ist kein Zufall.</p>
<p>Die Pennines, ein Mittelgebirge, das sich wie ein Rückgrat durch das Königreich zieht, bringen nicht nur starke Regenfälle und lange Kälteperioden in die Region, sie ließen auch die Wollindustrie florieren. Der Wollstaub („shoddy“), der beim Scheren der Schafe entsteht, ist bestes Düngemittel für die jungen Triebe. Die in Yorkshire beheimatete Schwerindustrie führte dazu, dass sich Schwefel im aufnahmewilligen Boden niederschlug; die örtlichen Kohlefabriken brachten nicht nur billige Wärme; Ruß und Asche ließen die Triebe auf dem Feld auch früher absterben, was die Rhizome kräftigte. Es klingt absurd, aber es galt der Grundsatz: Je verpesteter die Luft, umso schmackhafter der Rhabarber. </p>
<p>In der Blütezeit vor dem Krieg gab es über 200 Züchterfamilien im „Rhabarberdreieck“ zwischen Wakefield, Bradford und Leeds. Zusammen produzierten sie 90 Prozent des weltweiten Bedarfs, und wegen der günstigen Lage im Herzen Großbritanniens war die Ernte am nächsten Morgen überall im Land auf den Märkten. Nach Kriegsende kamen dann auf einmal die modernen Kühltransporte und mit ihnen exotische Früchte aus aller Welt, die Nachfrage nach den säuerlichen heimischen Stengeln sank drastisch. Es ist nur gut ein Dutzend Züchter übriggeblieben, doch das profitiert heute von der Rhabarber-Renaissance. </p>
<p>Bevor der edle „Yorkshire Forced Rhubarb“ überhaupt ins Gewächshaus kommt, müssen seine Rhizome zwei Sommer lang ungeerntet auf dem Feld ausharren und im Winter sogenannte Kältepunkte sammeln. Ein Tag mit drei Grad bringt sieben Punkte, einer mit acht Grad nur zwei. Die Sorten brauchen unterschiedlich viele Punkte, neuere nur 120, ältere wie Albert &#038; Victoria bis zu 300. „Mein Vater hatte die Kältepunkte schon im September zusammen, heute können wir froh sein, wenn wir sie im Dezember haben“, sagt Janet Oldroyd. Dann werden die bis zu 80 Kilo schweren<br />
Wurzeln von Hand in die Gewächshäuser getragen. Eine maschinelle Ernte würde das Wurzelwerk zu stark beschädigen, Pilzerkrankungen wären die Folge. </p>
<p>In fensterlosen Baracken hat der Rhabarber zwei Wochen Zeit, aufzuwachen aus seiner Lethargie. Die Pflanze braucht weder Erde noch Licht dafür, sie wächst aus ihrer eigenen Energiereserve bis zu fünf Zentimeter am Tag. Ein champagnerfarbenes Blatt ist ein Indikator für gute Qualität, je röter der Stamm, umso besser. Es sind diese feinsten Rhabarberstangen, um die sich die britischen Chefköche reißen, weil der Zucker in den Stengel geht und nicht ins Blatt, und weil die Säure sich zurückhält, die erst mit der Photosynthese kommt, aber die kommt ja nicht, weil alles dunkel ist. </p>
<p>Einer, der das Geschäft aufgegeben hat, ist Brian Asquith, den hier alle Ben nennen. Sein Vater war ein Pionier in der Branche, er belieferte schon damals fast alle Supermärkte im Land. Für Ben Asquith lohnt sich das Geschäft nicht mehr. Ein Dutzend Scheunen hatte er noch, bis Jugendliche sie im nächtlichen Rausch in Brand setzten. Warum neu anfangen, wozu die Qual? „Der einzige Unterschied zwischen einem Supermarkteinkäufer und einem Terroristen ist, dass man mit einem Terroristen verhandeln kann“, sagt er. Asquith wurde stattdessen Sammler, ein Kurator, wenn man so will: Von 200 bekannten Rhabarbersorten zieht er 80 heran. Es gibt noch einen anderen Sammler in Nottingham, sagt er, „aber der zählt nicht, der ist komisch“.</p>
<p>So komisch wie die meisten hier, die grundsätzlich nichts an Bauern südlich von Sheffield verkaufen. Asquith allerdings schon. „Ich bin eben Geschäftsmann.“ Er erhalte die DNA für künftige Generationen, sonst stürben die Rhabarbersorten irgendwann aus. „Die Holländer züchten wenige Rhabarbersorten und überschwemmen damit den ganzen Kontinent“, schimpft er. Seine Lebensgefährtin sitzt daneben und schüttelt nur den Kopf. Emma Van Dodeweerd ist Holländerin, sie hat gegen den Brexit gestimmt, Asquith dafür. Um das zukünftige Geschäft macht er sich trotzdem keine Sorgen. „Seit die Tabloids geschrieben haben, dass Rhabarber wohl gegen Krebs vorsorgt, läuft es richtig rund.“</p>
<p>Rhabarber ist auch eine höchst politische Angelegenheit. Viele Supermärkte in England haben holländischen Rhabarber längst aus den Regalen geschmissen, in diesem Jahr mussten die Farmer aus Yorkshire sogar Triebe nach Holland schicken, wo Überschwemmungen große Teile der Ernte vernichtet hatten. Jonathan Westwood, der auch den englischen Königshof beliefert, kommt kaum hinterher, den Bedarf zu stillen. „Ich bin der größte Züchter hier“, sagt er. „Vielleicht von Europa. Vielleicht auch der Welt. Aber es reicht einfach nicht.“ Seit dem Tod seines Vaters vor fünf Jahren führt der 56 Jahre alte Westwood in nun sechster Generation mit seiner Schwester Sarah die Farm, deren Gewächshäuser zum größten Teil seit dem 19. Jahrhundert nicht erneuert wurden. Viele Köche kommen die Westwoods besuchen, die großen Supermärkte wie Morrisons, Booths, Tesco und Waitrose beliefern. Das Kilo kostet rund fünf Euro, „ein Witz, wirklich“, sagt Westwood, aber was solle man machen, so sei es eben. </p>
<p>In Jonathan Westwoods Büro hängen unzählige Siegerurkunden der „Best Sticks Competition“, einem regionalen Wettbewerb, der gut 80 Jahre lang die besten Züchter kürte. Irgendwann war Schluss, weil nur noch Familie Westwood gewann. Trotzdem gab der Vater den Rhabarberanbau in den Achtzigern zwischenzeitlich sogar ganz auf. Ein Schritt, der Jonathan Westwood bei allen Mühen nicht in den Sinn kommt. Das Züchten von Treibrhabarber erfordert nicht nur Geduld und Können, es kann zuweilen eine harte und zuweilen stumpfsinnige Arbeit sein: Weil alle fünf Tage geerntet wird, können keine Pestizide gesprüht werden; wird der Rhabarber zu grob angepackt, kann er die Pilzkrankheit Botrytis bekommen, dann ist die ganze Ernte verloren. Man braucht viel Diesel zum Heizen der Anlagen, und in manchen Jahren ist der so teuer, dass nur mit Glück am Ende eine schwarze Null rauskommt. Zudem stehen die Baracken nach dem Pflücken das Jahr über leer. Trotzdem macht Jonathan Westwood weiter. „Die Frage ist eigentlich nur, wer uns Alten die Arbeit irgendwann von den Schultern nimmt“, sagt er. „Sorgen ums Geschäft mache ich mir nicht, wir kommen ja kaum mit der Produktion hinterher.“</p>
<p>Auch Janet Oldroyd ist zuversichtlich, dass der Rhabarber in England eine Zukunft hat. „Erst gingen die Kohlearbeiter in den Streik, dann gab es plötzlich den ganzen Industriezweig nicht mehr. Jede Generation hat ihre Krise, und jede hat sie irgendwie überstanden“, sagt sie. „Unsere ist die vielleicht härteste: das Wetter.“ Nördlicher können die Bauern wegen der Böden nicht ziehen, sie können nur hoffen, dass die Auswirkungen des Klimawandels am Ende nicht so schlimm werden wie prognostiziert. Sie freut sich immer noch, dass der Rhabarber aus Yorkshire nach sechs Jahren harter Grabenkämpfe (nicht zuletzt auch wegen ihres eigenen Einsatzes) im Jahr 2010 die geschützte Ursprungsbezeichnung der Europäischen Union bekommen hat, wie etwa Parmaschinken, Lübecker Marzipan, Fetakäse und Champagner. Diese Auszeichnung, sagt Janet Oldroyd, bleibt ihnen auch nach dem Brexit. </p>
<p>Die Menschen in den Restaurants, Supper Clubs und klandestinen Dinner- und Kochzirkeln werden dafür sorgen, dass der Edelrhabarber gefragt bleibt: Mit dem Nachtzug nach London und dann im Eurostar nach Paris, so kommt er heute zu seinen Verehrern. Fast wie damals, in der Blüte des Rhabarberdreiecks.</p>

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		<title>Die Verwandlung</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Mar 2017 20:57:16 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Designer Francesco Faccin hat lange Zeit mit sich gehadert. In einer alten Bronzegießerei fand er seine Bestimmung Der Text in der aktuellen Ausgabe von AD Architectural Digest]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Designer Francesco Faccin hat lange Zeit mit sich gehadert. In einer alten Bronzegießerei fand er seine Bestimmung</p>
<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2017/03/ad-faccin-1024x665.jpg" alt="ad-faccin" width="1024" height="665" /></a></p>
<p><em>Der Text in der aktuellen Ausgabe von AD Architectural Digest</em></p>

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		<title>Kitto Katsu</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Mar 2017 20:48:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mit Sojasauce, mit Ginger Ale, mit Baked Potato: In keinem Land der Welt werden so viele „Kit Kat“-Sorten verkauft wie in Japan. Woran liegt das?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Sojasauce, mit Ginger Ale, mit Baked Potato: In keinem Land der Welt werden so viele „Kit Kat“-Sorten verkauft wie in Japan. Woran liegt das?</p>

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		<title>Der Komponist der großen Serien</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2017 02:21:53 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[fazmagazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Duisburger Ramin Djawadi schreibt die Musik für einige der besten Serien der Welt. Wie hat er das geschafft?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Duisburger Ramin Djawadi schreibt die Musik für einige der besten Serien der Welt. Wie hat er das geschafft?</p>

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		<title>Bauhaus verpflichtet</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2016 09:00:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Erst kam die Abmahnung vom Baumarkt, dann der internationale Erfolg. Der bemerkenswerte Aufstieg des Trios von New Tendency Das Haus von Luis Barragán sieht von außen aus wie ein Gefängnis. Der Architekt hatte es 1948 in einen Vorort von Mexiko-Stadt gesetzt, ihm eine graue Fassade verpasst und die Fenster vergittert. Seine wahre Schönheit offenbart es erst, wenn man es betritt: Eine goldene Leinwand im Vestibül reflektiert die Sonnenstrahlen, die durchs Fenster dringen und das in Altrosa gehaltene Treppenhaus in goldenes Licht tauchen. Als Manuel Goller das Haus während einer Mexiko-Reise besichtigt und die starken Farben sieht – die Räume in [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2016/11/faq-newtendency.jpg" alt="faq-newtendency" width="930" /></p>
<p>Erst kam die Abmahnung vom Baumarkt, dann der internationale Erfolg. Der bemerkenswerte Aufstieg des Trios von New Tendency</p>
<p>Das Haus von Luis Barragán sieht von außen aus wie ein Gefängnis. Der Architekt hatte es 1948 in einen Vorort von Mexiko-Stadt gesetzt, ihm eine graue Fassade verpasst und die Fenster vergittert. Seine wahre Schönheit offenbart es erst, wenn man es betritt: Eine goldene Leinwand im Vestibül reflektiert die Sonnenstrahlen, die durchs Fenster dringen und das in Altrosa gehaltene Treppenhaus in goldenes Licht tauchen. Als Manuel Goller das Haus während einer Mexiko-Reise besichtigt und die starken Farben sieht – die Räume in Rosa, Blau und Gelb –, da weiß er: Das sind die Farben, die er gesucht hat.</p>
<p>Manuel Goller kennt die Bedeutung der Farben, sie können nicht nur Orten ein völlig neues Gewand geben, sondern auch Dingen. Das Haus von Barragán ist formal sehr streng, doch die starken Farben brechen diese Strenge auf. Ein Fest der Farben. „Der Besuch war ein Erlebnis“, sagt Goller, „plötzlich kommt man in diese Welt, die voller Poesie und Wärme ist.“ Goller spricht auch oft von „Poesie“, wenn er von Möbeln spricht, die er mit seiner Marke New Tendency vertreibt, vom Beistelltisch „Meta“ etwa, einer zeitgenössischen Interpretation eines Rietveld-Entwurfs. Ein präzise gearbeitetes, sehr grafisches, beinahe zweidimensionales Objekt aus gefaltetem Stahl, das von vorn fast unscheinbar wirkt, leicht und filigran, von der Seite aber solide und schwer, wie eine Skulptur.</p>
<p>Bis heute ist „Meta“ das Aushängeschild der Marke New Tendency, die Manuel Goller mit seinem Bruder Christoph und dem Designer Sebastian Schönheit führt. New Tendency macht Möbel, aber New Tendency ist keine Möbelfirma, weil Möbelfirmen oft aus Handwerksbetrieben entsprungen sind und New Tendency sich zwar auf zeitgenössisches Design versteht, nicht unbedingt aber nur auf Möbel. „Wir sprechen viel, bevor wir an den Entwurf gehen, um ein Objekt so zu reduzieren, dass es wirklich auf den Punkt ist“, sagt Manuel Goller. Obwohl die Produkte oft sehr schlicht aussehen, sollen sie nicht „brutal funktional“ sein, sagt er, es solle auch eine „gewisse Poesie“ mitschwingen.</p>
<p>Der Tisch „Masa“ etwa, schon heute gern von Architekten genutzt und langsam auch bei Dax-Konzernen auf dem Vormarsch, ist in seiner Grundidee eigentlich ein Esstisch. Die diagonal verlaufenden Beine bringen in bester Jean-Prouvé-Manier Beinfreiheit, man kann sie abnehmen, er funktioniert über seine Leichtigkeit. Der „Bar Stool“, der in Zusammenarbeit mit dem Magazin „Wallpaper“ entstand und von der bayerischen Stuhlmarke Wagner produziert wird, kommt ebenso unkonventionell daher. Oben mit Stoff von Kvadrat bezogen, untenmit Standfuß. Wer sagt schon, dass ein Barhocker vier Beine hat?</p>
<p>Von Vierbeinern, also Stühlen, wollten sie ohnehin die Finger lassen (die ergonomischen Anforderungen waren ziemlich abschreckend), bis der Freistaat Thüringen fragte, ob man für die Expo in Mailand nicht was machen könnte. „Wir haben nicht versucht, den komfortabelsten Stuhl zu gestalten, sondern bewusst damit zu brechen, dass man diesen ganzen Anforderungen zu folgen hat“, sagt Manuel Goller. Dafür ist er erstaunlich bequem: „Throne“ ist ein feingliedriger Armlehnenstuhl, der an den archetypischen „Monobloc“-Gartenstuhl erinnert, wenngleich in einer noch reduzierteren Luxusversion.</p>
<p>In Deutschland, heißt es oft, gibt es nur drei große Designer der Gegenwart: Sebastian Herkner, Stefan Diez und Konstantin Grcic. Herkner sitzt in Offenbach, die anderen beiden in München. Andere haben es schwer, sich zu etablieren, Deutsche kaufen gern Design aus dem Ausland oder bleiben bei den altbewährten Klassikern, am besten in gedeckten Farben – da kann man nichts falsch machen. Das, was New Tendency baut, ist auf dem besten Wege, selbst Klassiker zu werden: Ihre Produkte zeichnen sich durch starke Farben aus, durch das Spiel mit Perspektiven und Proportionen, Volumen und Gewicht. In einer hellen Fabriketage eines Hinterhofs direkt am sogenannten Kotti in Kreuzberg entstehen ihre Entwürfe. Ihre Arbeitszeiten sind für Berliner Designer ungewöhnlich – sie stehen sehr früh auf, weil die meisten Produzenten in Süddeutschland sitzen.</p>
<p>An der Bauhaus-Universität in Weimar lernte Manuel Goller Sebastian Schönheit kennen. Die Schule, die sich in der Tradition des 1919 von Walter Gropius gegründeten Staatlichen Bauhauses sieht, will, wie ebenjenes, den Austausch aller Künste vorantreiben. Die Grenzen zwischen Architektur, Grafikdesign und Mode sollen aufgelöst werden. In Weimar konnte man konzentriert arbeiten: „Da ging man am Wochenende nicht ins Berghain“, sagt Goller, „sondern man kochte zusammen, feilte an Ideen, probierte sich aus.“ Designer Schönheit ergänzt: „Man lernte, die Dinge zu Ende zu bringen. Und keine Angst zu haben. Das hilft uns noch heute.“</p>
<p>Das Bauhaus verbindet man mit großen Namen, mit Walter Gropius, Mies van der Rohe, Kandinsky und Klee; Marcel Breuer und Wilhelm Wagenfeld. Ihre Entwürfe sind wie ihre Namen weltbekannt. An der Bauhaus-Universität studieren zu dürfen ist deshalb nicht nur ein Privileg, sondern auch eine Bürde. Ein Studienfreund Gollers prägt aus einer Laune heraus den Ausspruch „My Bauhaus is better than yours“. Eine ironische Anspielung auf die Popularisierung desBegriffs. „In Weimar gibt es von der Bauhaus-Bäckerei über den Bauhaus-Kaffee alles“, sagt Manuel Goller, und jeden Tag wurden die Studenten mit seiner Lehre konfrontiert. „Der Spruch hat uns geholfen, diesen schweren Begriff von den Schultern zu bekommen.“</p>
<p>Auf der Möbelmesse in Mailand 2009 erregen Goller und seine Freunde damit viel Aufsehen. Sie drucken das Motto auf Jutebeutel, die sich tausendfach verkaufen. Der Name wird der Titel von Gollers Diplomarbeit, mit Freunden startet er ein Designkollektiv, ein Netzwerk für Möbel in kleinen Auflagen. „My Bauhaus is better than yours“ trifft einen Nerv, denn das Bauhausist heute alles und nichts. Die Schule, bekannt für ihre kühle, reduzierte Form, gilt als Heimathafen der klassischen Moderne. Bauhaus, das sind Flachdach, Fensterbänder, große Leere und bloß keine Ornamente. Interdisziplinäres Arbeiten: Das ist Bauhaus. Das ist aber auch eine Investmentbank in Madrid, ein Hostel in Brügge und eine britische Gothic-Band. Das Bauhaus ist für viele zur Projektionsfläche für alles geworden, was reduziert ist und clean. Manche sagen: Apple ist Bauhaus.</p>
<p>Nach dem Studium will sich Goller mit dem Designkollektiv selbständig machen. Er hat gerade seinen Job gekündigt, als einen Tag vor einer Messe eine Abmahnung vom Bauhaus, dem gleichnamigen Baumarkt, im Briefkasten steckt. Streitwert: 250 000 Euro. Das Unternehmen sieht seine Markenrechte verletzt. „Wir hatten gedacht, dass wir mit der Stiftung oder dem Bauhaus-Archiv Probleme bekommen“, sagt Goller. „Aber die fanden ganz toll, was wir machen. An den Baumarkt hatten wir gar nicht gedacht.“ Die Fakten liegen schnell auf dem Tisch: Die Baushaus AG hat sich das Wort umfänglich schützen lassen, unter anderem auch für „Möbel“.</p>
<p>Das klingt paradox: ein kulturhistorischer Begriff in der Hand eines Heimwerkermarktes? Der Gründer des Baumarktes, Heinz-Georg Baus, ließ sich den Namen 1960 schützen. Er hatte freie Hand: Das Staatliche Bauhaus unter Mies van der Rohe hatte 1933 auf Druck der Nazis schließen müssen, seine Vertreter waren in die Vereinigten Staaten geflohen. Als Baus den Namen schützte, gab es niemanden, der ihm widersprach. 1972 klagte das Bauhaus-Archiv gegen Baus – und verlor. Nicht einmal Re-Editionen der Klassiker darf es verkaufen. Baus starb im Mai 2016, doch die Markenrechte bleiben beim Unternehmen.</p>
<p>Goller gegen den Baumarkt, das war wie David gegen Goliath; darüber berichtete selbst die „New York Times“. Heute ist Goller noch betrübt, dass sich jemand einfach so deutsches Kulturgut sichern kann. „Dem muss man doch mit Respekt begegnen. Aber das zu bekämpfen, kann nicht unsere Aufgabe sein.“<br />
Goller und seine Freunde firmieren binnen einer Woche um. Neuer Name: New Tendency. Das klingt gut, das klingt optimistisch und richtungsweisend. Sein Bruder sieht den Beginn einer neuen Zeit: „Wir wurden auf den Boden geholt. Und es war klar: Jetzt fangen wir erst richtig an.“ New Tendency hat mittlerweile sechs Mitarbeiter, 50 Händler in Deutschland. Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt hat gut 50 „Masa“-Tische geordert, das Staatsministerium Baden-Württemberg hat seine Außenbereiche von New Tendency möblieren lassen. Und auch der Schreibtisch des Generalintendanten der Elbphilharmonie ist ein Entwurf von New Tendency. In Deutschland haben Daimler und SAP angefragt, selbst für einige amerikanische Großkonzerne in den Vereinigten Staaten sollen die Berliner jetzt die Büros ausstatten. Bauhaus ist auch in den Vereinigten Staaten ein gutes Stichwort. Schließlich hatte der emigrierte Walter Gropius seine Ideale in Harvard weiterverbreitet.</p>
<p>Dabei hat es den einen Bauhausstil nie gegeben. New Tendency bewegt sich zwischen Neuer Sachlichkeit und De Stijl, jener niederländischen Bewegung, deren bekannteste Vertreter Piet Mondrian und Gerrit Rietveld waren. Dessen ikonographischer „Red and Blue Chair“ war eines der ersten Designstücke dieser Richtung. Rietveld war ein Vorbild für „Meta“, aber es ist egal, ob die Vorbilder nun Rietveld, Rem Koolhas oder Raf Simons heißen.</p>
<p>New Tendency arbeitet gerne mit Leuten, die noch nie Möbel in Serie produziert haben, etwa dem Galeristen und Künstler Clemens Tissi. „Er war kein Gegner serieller Produktion, sondern von der Art und Weise, wie von Produktionsfirmen heute mit Entwürfen umgegangen wird. Da werden Material und Fertigungsmethoden geändert, damit es günstiger ist, und wo früher Fiberglas war, ist plötzlich Spritzguss.“ So entstand die Leuchte „Yuhi“ mit zwei identischen Bauteilen, bei der der Benutzer über die Form entscheidet und so Herr über Licht und Schatten ist. Zusammen mit dem Pariser Mode- und Designlabel Études Studio entwickelt New Tendency eine Sonderedition von „Meta“; der Berliner Designer Sigurd Larsen, den sie auf einem Botschaftsempfang kennenlernten, entwirft für sie das Regalsystem „Click“. Für das niederländische Brillenlabel Ace + Tate bauen sie einen Flagshipstore.</p>
<p>Sie entwickeln die Bauhaus-Idee des interdisziplinären Austauschs ständig weiter. Fotografen wie Amos Fricke und Jonas Lindström, die sonst Kenzo, Fendi oder Calvin Klein in Szene setzen, setzen ihre Produkte ungewöhnlich in Szene. Goller: „Wir wollen an einem Gesamtkunstwerk arbeiten, keinen blassen Katalog rendern. Modefotografen haben einen anderen Blick.“ Im aktuellen Katalog sieht man viele Produkte auch im Close-up. „Die Bilder zeigen Ausschnitte der Möbel“, sagt Manuel Goller, „aber im Detail erinnern sie an die Architektur Barragáns.“</p>

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		<title>Nur das Schöne kann uns noch retten</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2016 16:19:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Lanzarote, heißt es, gäbe es ohne ihn gar nicht: César Manrique machte aus dem vermeintlichen Schandfleck im Atlantik ein Architekturjuwel. César Manrique hatte nichts gegen Touristen. Es sollten nur die richtigen sein. Die kultivierten, neugierigen, empfindsamen. Die, die Lanzarote so liebten wie er. Manrique war Künstler, er war auf der Insel geboren, und er hatte eine Mission: Kunst und Architektur sollten eine Symbiose eingehen mit der kargen Landschaft des Eilands, sie sollten sich gegenseitig bedingen. Jene, die das nicht verstanden, verabscheute er mit großer Leidenschaft: impertinente Spekulanten, Bettenburgenbauer, Immobilienmagnate, die schon die übrigen Kanaren mit ihren Bunkerbauten verschandelt hatten. „Wo [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Lanzarote, heißt es, gäbe es ohne ihn gar nicht: César Manrique machte aus dem vermeintlichen Schandfleck im Atlantik ein Architekturjuwel.<br />
</em></p>
<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2016/11/manrique-mallorca.jpg" alt="manrique-mallorca" width="350" align="center" /></p>
<p>César Manrique hatte nichts gegen Touristen. Es sollten nur die richtigen sein. Die kultivierten, neugierigen, empfindsamen. Die, die Lanzarote so liebten wie er. Manrique war Künstler, er war auf der Insel geboren, und er hatte eine Mission: Kunst und Architektur sollten eine Symbiose eingehen mit der kargen Landschaft des Eilands, sie sollten sich gegenseitig bedingen. Jene, die das nicht verstanden, verabscheute er mit großer Leidenschaft: impertinente Spekulanten, Bettenburgenbauer, Immobilienmagnate, die schon die übrigen Kanaren mit ihren Bunkerbauten verschandelt hatten. „Wo man keine Blüte sieht und keine Sterne“, fragte Manrique, „nur Zement, wie soll man da Urlaub machen können?“</p>
<p>César Manrique war Maler. 1939 war keine gute Zeit, um Maler zu werden – Manrique kam gerade aus dem Bürgerkrieg, 20 Jahre alt. Durch seinen Vater, einen Handelsreisenden, hatte er sich früh in das Werk von Picasso und Matisse verliebt. Er studierte Bauingenieurswesen in Teneriffa und entwickelte sich nebenbei zu einem der ersten Surrealisten des Landes. Auf Fotos sieht man einen jungen Mann mit stolzer Brust und kleinem Moustache. Mit 23 Jahren stellt er in Lanzarote zum ersten Mal aus. Doch Manrique reicht die Leinwand nicht.</p>
<p>„Man muss die Kunst zum Leben erwecken“, sagte er. „Ich glaube, dass alle zeitgenössischen Künstler ihr Talent ins Leben übertragen müssen, um die Umwelt zu schützen. Sie sollten nicht nur malen oder Skulpturen machen, sondern Architektur, Städte und Gärten, Zimmermannsarbeiten, Literatur!“ Er kaufte Ruinen und restaurierte sie, fuhr oft in die Natur und schaute sich an, was kein Künstler schaffen konnte: die ewige Weite der kargen Lavaströme.</p>
<p>Als seine Frau 1963 stirbt, geht Manrique nach New York. Er genießt die Zeit, und doch macht die Stadt ihn mürbe. Er will zurück nach Lanzarote, will die Insel zum schönsten Ort der Welt machen. Der Tourismus liegt noch in seinen Anfängen, und Manrique, der neue Weltenbürger, will die Entwicklung nicht den Provinzpolitikern überlassen. Bei einem Spaziergang entdeckt er einen Feigenbaum in einer Lavablase und daneben vier weitere Höhlen. Er bittet den Eigentümer, einen befreundeten Arzt, ihm das drei Hektar große Grundstück zu verkaufen. Der sagt: „Junge, nimm, was du willst, es ist sowieso nichts wert.“ 1970 baut Manrique hier sein Haus: Taro de Tahíche.</p>
<p>Oben orientiert er sich an der klassischen Architektur: kubische Bauform, weiße Fassaden, grüne Fensterläden und Türen, ein Zwiebeltürmchen. Ein puristisches Haus gegen die schroffe, zerklüftete Lava. Drinnen bringen große Fenster den gewaltigen Strom nach innen. Egal wo man steht, man blickt immer nach draußen. Heute stehen da Häuser. Früher stand da: nichts. Manrique dekoriert das Haus mit Fundstücken von der Insel. Die Decke ist mit alten Schiffs- und Strommasten vertäfelt. Einen Wald gibt es auf Lanzarote nicht.</p>
<p>„Die Leute haben gesagt, auf Lanzarote gebe es nur Kamele und Steine, es sei die hässlichste Insel der Kanaren. Diese Leute verstehen von Schönheit nichts.“ Die traditionelle Architektur, sagte er, fänden sie alt und nutzlos und bauten stattdessen „Häuser aus Pappe und Draht“. Er konnte sich in Rage reden über die „faschistische Architektur“ der Kanaren. „Das hätte nicht einmal Mussolini erlaubt.“ Auf die Frage eines „Spiegel“-Reporters, was man machen könne gegen die 08/15-Behausungen, sagte er: „Dynamit, sprengen, weg damit.“</p>
<p>Am Morgen steht Manrique auf, zieht den Blaumann an und rennt mit seinem Hund über die Lava. Wenn er nicht malt – und er malt viel –, läuft er in Badehose oder nackt herum. Für César Manrique existierte die Zeit nur in den Köpfen der Menschen. Er selbst fühlte sich keinen Deut älter als 25. Und so lebte er auch: Wer einer Wendeltreppe im Eingangsbereich nach unten folgt, erreicht eine nach außen hin verborgene Welt. Manrique hatte alle fünf Lavablasen erschlossen, jede fünf Meter im Durchmesser und jeweils verbunden durch einen Tunnel. In Kontrast zur rauen Lava setzte er weiß gekälkte Wände und ausladende Sofalandschaften.</p>
<p><img src="http://x.floriansiebeck.com/wp-content/uploads/2016/11/manrique-bubble.jpg" alt="manrique-bubble" width="930" /></p>
<p>Viele Freunde besuchten ihn in diesen Grotten, Fotografen und Models und der Jetset; sie tanzten und tafelten und sprangen nackt in den Pool, der sich ebenfalls hinter einem Felsvorsprung versteckt. „Ich habe viel Spaß, aber gleichzeitig bin ich tieftraurig zu sehen, wie billig der Mensch ist. Tollpatschig und dumm“, sagte Manrique. Er wollte die Menschen mit der Natur versöhnen und achtete scharfzüngig darauf, dass niemand seine Bemühungen als romantischen Patriotismus abtat. Er vertrat die Ansichten eines weltgewandten Bürgers. Aus dem Künstler wurde bald ein Kämpfer. Mit Pepín Ramírez Cerdá, dem Präsidenten der Inselregierung, verband ihn seit Kindheitstagen eine enge Freundschaft. Das führte dazu, wie man sich heute erzählt, dass Häuser auf Lanzarote nicht höher als eine Palme sein dürfen. Manrique prägte die Insel, wie sie kein Politiker zu prägen vermochte; fast alle Attraktionen hat er gemalt, gebaut, entworfen. Doch mit dem Alter wird der Kampf aussichtsloser. Mehrfach droht Manrique, Lanzarote den Rücken zu kehren, und doch bringt er es nie übers Herz.</p>
<p>1986 schreibt er ein Manifest: „Lanzarote liegt im Sterben“. Immer mehr Touristen kommen, täglich klopfen sie an seine Tür. 1988, vier Jahre vor seinem Tod, verlässt er das Haus und zieht noch weiter raus aufs Land, in ein einsames Bauernhaus. Er widmet sich wieder verstärkt der Malerei. Taro de Tahíche macht er zu einem Museum. In der Küche hängen heute Miró, Picasso und Tàpies, ein kleiner Anbau zeigt Manriques avantgardistische Kunst. Heute ist Taro de Tahíche die bekannteste Attraktion Lanzarotes, Anlaufpunkt für die Kultivierten, die Empfindsamen, die Neugierigen.</p>

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		<title>Es ist ein Remix, Rap, Hip Hop</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2016 10:37:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[David Bowies Liebe zum Memphis-Design war kein Geheimnis, seine große Sammlung schon. Jetzt wird sie versteigert]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>David Bowies Liebe zum Memphis-Design war kein Geheimnis, seine große Sammlung schon. Jetzt wird sie versteigert</p>

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		<title>Horzons Wanddekorationsobjekte</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2016 20:54:06 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Herr Horzon, Sie sind ein vielbeschäftigter Mann. Ihr Ikea-Konkurrent Moebel Horzon feiert 2099 hundertjähriges Bestehen. Wie laufen die Vorbereitungen? Ich kann seit Wochen an nichts anderes mehr denken, aber das Programm steht bereits. 19 Uhr: Eintreffen der Gäste im Vestibül, Begrüßungsgetränk. 19.30 Uhr: Grußwort der Bundeskanzlerin Dr. h.c. Angela Merkel. 20 Uhr: Szenische Aufführung der Mondscheinsonate durch 7000 Moebel-Horzon-Fließbandarbeiterinnen. 20.30 Uhr: Kleiner Imbiss. Gegen 21 Uhr ist dann der Höhepunkt der Veranstaltung vorgesehen, die Sprengung des Berliner Stadtschlosses. Sollte das Stadtschloss nicht schon viel früher gesprengt werden? Sie planen doch an der Stelle … … ja, an der Stelle soll [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Herr Horzon, Sie sind ein vielbeschäftigter Mann. Ihr Ikea-Konkurrent Moebel Horzon feiert 2099 hundertjähriges Bestehen. Wie laufen die Vorbereitungen?</strong></p>
<p>Ich kann seit Wochen an nichts anderes mehr denken, aber das Programm steht bereits. 19 Uhr: Eintreffen der Gäste im Vestibül, Begrüßungsgetränk. 19.30 Uhr: Grußwort der Bundeskanzlerin Dr. h.c. Angela Merkel. 20 Uhr: Szenische Aufführung der Mondscheinsonate durch 7000 Moebel-Horzon-Fließbandarbeiterinnen. 20.30 Uhr: Kleiner Imbiss. Gegen 21 Uhr ist dann der Höhepunkt der Veranstaltung vorgesehen, die Sprengung des Berliner Stadtschlosses.</p>
<p><strong>Sollte das Stadtschloss nicht schon viel früher gesprengt werden? Sie planen doch an der Stelle …</strong></p>
<p>… ja, an der Stelle soll der Horzon-Tower errichtet werden, mit 3500 Stockwerken das größte Gebäude Berlins. Vielleicht müssen wir das hundertjährige Moebel-Horzon-Jubiläum auch etwas vorverlegen, zum Beispiel auf nächstes Jahr. Die Zeit drängt!</p>
<p><strong>Neben der Planung Ihres Horzon-Towers und Ihrem schlauchenden Alltag als Bestsellerautor sind Sie auch mit Wanddekorationsobjekten gut im Geschäft.</strong></p>
<p>Das kann man leider nicht behaupten. Wir haben „Horzons Wanddekorationsobjekte“ im Januar 2014 eröffnet. Seitdem haben wir kein einziges Wanddekorationsobjekt verkauft.</p>
<p><strong>Vielleicht liegt das auch am recht hohen Stückpreis von 600.000 Euro. Was rechtfertigt eigentlich diesen Preis?</strong></p>
<p>Es gibt bei der Preisgestaltung zwei unterschiedliche Strategien: Man kann versuchen, viele tausend Einheiten zu einem niedrigen Stückpreis abzusetzen. Denselben Umsatz kann man erzielen, wenn man nur wenige Einheiten zu einem sehr hohen Stückpreis absetzt …</p>
<p><strong>Man merkt, dass Sie sich mit der Materie eingehend beschäftigt haben.<br />
</strong></p>
<p>Ich habe vor meinem Bestseller „Das Weisse Buch“ ja bereits drei andere, weniger erfolgreiche Bücher geschrieben, Bücher über Wirtschaftslehre, davon profitiere ich noch heute.</p>
<p><strong>Es handelt sich bei Ihren Objekten um Quadrate aus transparent-farbigem Plexiglas, die farbliche Akzente setzen. Steckt da auch eine Message dahinter?</strong></p>
<p>Eine Message? Sehen Sie mal, im Grunde genommen sind diese Objekte ja nur die Neu-Auflage der „Wanddekor“- Objekte, die wir bereits 2002 auf den Markt gebracht haben, das waren schwarze und weiße Quadrate. Davon haben wir damals genau EIN Stück verkauft. Ein schwarzes Quadrat. Zum Preis von 50 Euro! Deshalb haben wir gesagt: Dieses Mal machen wir die Quadrate ganz bunt. Und viel teurer.</p>
<p><strong>Ihre Wanddekorationsobjekte ähneln Anselm Reyles Streifenbildern. Führen Sie sein Erbe fort?</strong></p>
<p>Anselm Reyle ist ein Freund, dessen Arbeit ich sehr schätze. Möglicherweise ähneln die Wanddekorations- objekte daher auch seinen Streifenbildern. Aber sie unterscheiden sich in einem zentralen Punkt: Die Streifenbilder sind Kunst. Die Wanddekorationsobjekte sind keine Kunst.</p>
<p><strong>Kann, was keine Kunst ist, auch nicht kritisiert werden?</strong></p>
<p>Gute Frage! Aber: Ja, ich bin wirklich völlig unangreifbar, weil ich ja wirklich der Einzige bin, der das tut, was ich tue. Und ich habe mir das noch nicht einmal selber ausgedacht, sondern einfach nur den Rat einer Wahrsagerin befolgt!</p>
<p><strong>Das ist ja allerhand. Wie lautete denn ihr Rat?<br />
</strong></p>
<p>Ich habe ihn auf Seite 19 meines Bestsellers doch schon aufgeschrieben! Ich will ihn hier aber gerne noch einmal zitieren: „Versuche nie, schneller zu laufen als die anderen. Du wirst nie vor ihnen ans Ziel kommen! Also sollst du ein Ziel wählen, das außer dir niemand kennt. Dann wirst du der erste sein, der dort ankommt, auch wenn du noch so gemütlich spazierst!“</p>
<p><strong>Und dennoch ruhen Sie sich ja nicht auf dieser Erkenntnis aus. In diesem Jahr waren Sie mit Ihren Wanddekorationsobjekten sogar auf einer Messe, der Azerbaijan Decor Expo. Warum Aserbaidschan?</strong></p>
<p>Ich bin von der Messeleitung angeschrieben worden, ob ich an dieser Messe, der weltgrößten Messe für Dekorati- onsobjekte, teilnehmen möchte. Ich habe dann zurück- gefragt: „Do you think there is a market for our objects in Azerbaijan?“ Und die Antwort war, Moment, ich suche die Mail schnell heraus: „There is a growing interest especially for decorational design in Baku, which means your products will fit well in this market; there will be demand.“ Ich habe dann sofort zugesagt.</p>
<p><strong>Es war doch sicher ziemlich teuer, diese hochwertigen Wanddekorationsobjekte nach Baku zu transportieren?</strong></p>
<p>Wir haben uns für den Transport einen Spezialbehälter von der Firma Moebel Horzon anfertigen lassen. Ohne diesen Behälter hätte auch keine Versicherung die Objekte versichert!</p>
<p><strong>Welchen Eindruck machte die Messe auf Sie?</strong></p>
<p>Der Messe-Palast von Baku ist eines der größten Gebäude der Welt. Die Messe selbst war dann aber etwas kleiner als erwartet, es gab außer unserem Stand nur noch drei oder vier andere Stände. Neben uns die Firma Deco-Pro aus Teheran, die silberne und goldene Fliesen anbot. Auf der anderen Seite war die Firma Horizon Carpets aus Bagdad, die Wandteppiche verkauft. Und dann gab es, glaube ich, auch noch einen Tapetenhändler aus Istanbul.</p>
<p><strong>Auf der Agenda standen noch Messen in Ruanda, Nigeria und Teheran. Warum sind Sie nicht hingefahren?</strong></p>
<p>Unsere Erwartungen an Aserbaidschan waren hoch. Sie wissen ja, dass Aserbaidschan eines der ölreichsten Länder der Welt ist. Wir hatten also erwartet, dass sich auf der Dekorationsmesse Ölmilliardäre und Diktatoren die Klinke in die Hand geben. Aber das Publikum bestand im Großen und Ganzen aus den Betreibern der anderen Stände, die untereinander Visitenkarten austauschten. Wir mussten also lernen, dass auch in Schurkenstaaten das Geld nicht einfach so auf der Straße herumliegt.</p>
<p><strong>Wie geht es jetzt weiter? Was steht als nächstes an?</strong></p>
<p>Im Geschäftsleben gibt es keinen Raum für Sentimentalitäten: Wenn wir merken, dass ein Unternehmen seine Ziele nicht erfüllt, wird es abgestoßen. Wir haben aber schon einige neue Geschäftsideen in Vorbereitung: Eine Möbel-Linie zum Zusammenstecken und Zusammenklicken, namens „Klik – Der Möbeldiskont“. Außerdem werden wir im Frühjahr ein neues Unternehmen gründen, bei dem es um Astronomie geht. Mehr kann ich dazu leider noch nicht sagen.</p>
<p><strong>Wenn „Horzons Wanddekorationsobjekte“ liquidiert wird, was geschieht dann mit den vielen unverkauften Wand- dekorationsobjekten?</strong></p>
<p>Die werden später mein Mausoleum von innen schmücken.</p>

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		<title>Die 126 Stunden von Gander</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2016 11:40:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Als in New York gerade die Welt untergeht, herrscht über dem Atlantik Totenstille. Lufthansa-Flug 400 ist einer der ersten, der an diesem Dienstagmorgen Frankfurt verlässt und nach Amerika aufbricht. In der ersten Reihe des Flugzeugs sitzt Werner Baldessarini. Genau genommen sitzt er in Reihe 81, das ist die erste Reihe in der First Class, die Lufthansa im Oberdeck des Jumbojets untergebracht hat. Baldessarini, ein umtriebiger Mann, sitzt immer in der ersten Reihe, in der Mode wie im Flugzeug. Er kennt die Welt, und die Welt kennt ihn. Als Chef des Herrenausstatters Hugo Boss ist er auf dem Weg nach New [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als in New York gerade die Welt untergeht, herrscht über dem Atlantik Totenstille. Lufthansa-Flug 400 ist einer der ersten, der an diesem Dienstagmorgen Frankfurt verlässt und nach Amerika aufbricht. In der ersten Reihe des Flugzeugs sitzt Werner Baldessarini. Genau genommen sitzt er in Reihe 81, das ist die erste Reihe in der First Class, die Lufthansa im Oberdeck des Jumbojets untergebracht hat. Baldessarini, ein umtriebiger Mann, sitzt immer in der ersten Reihe, in der Mode wie im Flugzeug. Er kennt die Welt, und die Welt kennt ihn. Als Chef des Herrenausstatters Hugo Boss ist er auf dem Weg nach New York, eine wichtige Modenschau steht an. Es könnte seine letzte sein. Er trägt sich mit dem Gedanken, beruflich kürzer zu treten.</p>

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		<title>Hortus Conclusus</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Aug 2016 19:42:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mit der Villa Além in Portugal haben sich die Schweizer Architekten Valerio und Tamara Olgiati einen Raum für Gedanken geschaffen. Den ganzen Text lesen Sie in AD Architectural Digest Germany.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Villa Além in Portugal haben sich die Schweizer Architekten Valerio und Tamara Olgiati einen Raum für Gedanken geschaffen.</p>
<p><em>Den ganzen Text lesen Sie in AD Architectural Digest Germany.</em></p>

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		<title>Deià-vu</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2016 19:43:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In einem Ferienhaus im Nordwesten Mallorcas treffen lokales Handwerk, modernes Design und Lebenslust aufeinander. So entstand ein Ort, der mit seinen Bewohnern wächst.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Ferienhaus im Nordwesten Mallorcas treffen lokales Handwerk, modernes Design und Lebenslust aufeinander. So entstand ein Ort, der mit seinen Bewohnern wächst.</p>

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		<title>Raf Simons im Gespräch</title>
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		<pubDate>Fri, 20 May 2016 08:24:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vor einem halben Jahr trennten sich die Wege von Raf Simons und Dior. Verarbeitet hat er die Trennung noch nicht. Ein Gespräch über die Ruhe nach dem Sturm.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einem halben Jahr trennten sich die Wege von Raf Simons und Dior. Verarbeitet hat er die Trennung noch nicht. Ein Gespräch über die Ruhe nach dem Sturm. </p>

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		<title>Die Königin</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2016 07:56:40 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Schwertlilie ist „Staude des Jahres 2016“. Gärtnerin Anja Maubach über den Charme der Iris, Duftnoten und blühfaule Exemplare.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schwertlilie ist „Staude des Jahres 2016“. Gärtnerin Anja Maubach über den Charme der Iris, Duftnoten und blühfaule Exemplare.</p>

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		<title>Das Paradies, es liegt in Marrakesch</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2016 17:53:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Jardin Majorelle ist einer der schönsten Gärten der Welt. Früher wohnte hier Yves Saint Laurent. Es ist ein unwirklicher Ort. Sein Obergärtner erzählt]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Jardin Majorelle ist einer der schönsten Gärten der Welt. Früher wohnte hier Yves Saint Laurent. Es ist ein unwirklicher Ort. Sein Obergärtner erzählt</p>

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